Volkswagen
Kampfabstimmung um Pischetsrieder

Die Verlängerung des Vertrages von VW-Chef Bernd Pischetsrieder, die während der Sitzung des Aufsichtsrates am kommenden Dienstag beschlossen werden soll, könnte sich laut einem Zeitungsbericht verzögern. Arbeitgeberseite und Arbeitnehmervertreter seien darauf eingestellt, dass es nicht zu der erforderlichen Zweidrittel-Mehrheit komme.

HB FRANKFURT. Daher werde es vier Wochen später eine erneute Abstimmung geben, bei der die einfache Mehrheit von Arbeitgeberseite zusammen mit dem Doppelstimmrecht des Aufsichtsratschefs reiche, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“. Das wäre ein ungewöhnlicher Vorgang. Noch nie ist in der Geschichte der Bundesrepublik ein Vorstandsvorsitzender allein mit den Stimmen der Arbeitgeberseite und dem Votum des Aufsichtsratsvorsitzenden ins Amt gehoben worden.

„Pischetsrieder wird wiedergewählt, daran gibt es keinen Zweifel. Notfalls mit der Zweitstimme des Aufsichtsratsvorsitzenden in einer zweiten Sitzung nach vier Wochen“, zitierte die Zeitung einen nicht näher genannten Vertreter der Kapitalseite im Kontrollgremium.

„Es kann sein, dass Pischetsrieder ohne den überwiegenden Teil der Arbeitnehmervertreter gewählt wird“, sagte laut "SZ" ein Mitglied der Arbeitnehmerbank. Die Belegschaftsvertreter seien unzufrieden mit dem Sanierungsplan, den der VW-Chef bei der jüngsten Aufsichtsratssitzung vorgelegt habe.

Volkswagen stellt im Zuge der von Pischetsrieder angekündigten Sanierung bis zu 20 000 Arbeitsplätze in den schwach ausgelasteten und unrentablen westdeutschen Werken in Frage, das ist ein Fünftel der Belegschaft. Über die Neuordnung verhandelt der Vorstand zurzeit mit dem Betriebsrat. Erste Ergebnisse sollen auf der Hauptversammlung am Mittwoch bekanntgegeben werden.

Mit steigenden Verkaufszahlen, mehr Umsatz und einem besseren Ergebnis im ersten Quartal 2006 sieht sich Europas größter Autobauer zwar auf einem guten Weg aus dem tiefen Tal, in das hohe Kosten, Überkapazitäten und Absatzflaute vor allem die Kernmarke geführt hatten. Noch ist der Patient aber nicht gesundet. Die Fortschritte fußen nur auf einem sehr niedrigen Niveau. Das erste Quartal 2005 gehörte zu den besonders ertragsschwachen und war zudem mit hohen Vorlaufkosten für neue Modelle belastet. Volkswagen enttäuschte mit seinen Zahlen an der Börse. Die Aktie war mit einem Abschlag von bis zu 4,8 Prozent auf 62 Euro schwächster Wert im Leitindex Dax.

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