Volkswagen
Katz-und-Maus-Spiel mit US-Anwalt

US-Staranwalt Michael Hausfeld will auch für europäische VW-Fahrer und Investoren Entschädigungen herausschlagen. Doch der Konzern schaltet auf Stumm. VW weigert sich sogar, von Boten zugestellte Briefe anzunehmen.

New YorkDiese Reaktion hatte Michael Hausfeld nicht erwartet. Der US-Staranwalt versucht bereits seit Wochen, mit Volkswagen-Chef Müller ins Gespräch zu kommen, um über mögliche Entschädigungszahlungen für europäische Diesel-Fahrer und VW-Investoren zu diskutieren.

Doch VW schaltet auf Stumm. Auf den ersten Brief, in dem Hausfeld um ein Treffen bis Ende März bat, hat Müller nicht reagiert. Den zweiten Brief, den der gefürchtete Anwalt Ende vergangener Woche zustellen wollte, nahm VW gar nicht mehr an. Der Bote wurde weggeschickt.

Die Begründung: Im Zuge der Diesel-Krise sei die Übergabe von Dokumenten nicht mehr gestattet, berichten mit dem Vorgang vertraute Personen. Kuriere müssten künftig eine konkrete Kontaktperson vorweisen, um Dokumente überreichen zu können. VW war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Hausfeld lässt sich von dem Katz-und Maus-Spiel nicht abschrecken. „Die Tatsache, dass der Konzern nun nicht einmal mehr Briefe entgegen nimmt, zeigt, dass Ausnahme-Zustand herrscht“, sagte er. Hausfeld bereitet für eine Mandantin eine Klage in Deutschland vor und hat sich in den vergangenen Tagen an das Kraftfahrtbundesamt und an die Finanzaufsicht Bafin gewandt, um Einsicht in Dokumente zu verlangen.

Und der Brief an Müller wird jetzt einfach mit der Post zugestellt.

Astrid Dörner ist Korrespondentin in New York.
Astrid Dörner
Handelsblatt / Deskchefin Agenda
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