Volkswagen-Marken MAN und Scania: Wie Renschler die Elefanten dressieren will

Volkswagen-Marken MAN und Scania
Wie Renschler die Elefanten dressieren will

Die Erwartungen an den neuen VW-Spitzenmanager Andreas Renschler sind riesig. Er soll aus den Lkw-Bauern MAN und Scania einen Weltmarktführer formen. Warum es nicht reicht, die Riesen nur zu bändigen.
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DüsseldorfElefanten sind schwer zu bändigen. Wer die mächtigen Tiere dressieren will, der braucht zunächst ihr Vertrauen. Es ist genau diese Strategie der Dompteure, die sich der neue VW-Vorstand Andreas Renschler zu eigen machen muss, wenn er am 1. Februar sein Amt antritt.

Renschler soll die Elefanten des VW-Konzerns bändigen: MAN und Scania. In einer gemeinsamen Holding soll er die zwei Lkw-Bauer zum drittgrößten Anbieter zum neuen Weltmarktführer formen. Das ist jedenfalls das ausdrücklich formulierte Ziel. Renschler ist nicht der erste, der sich an der Aufgabe versucht. Doch kaum einer scheint besser qualifiziert. Nicht umsonst haben sie in Wolfsburg ein Jahr auf ihn gewartet – so lange galt die Übergangsfrist, die ihm sein bisheriger Arbeitgeber Daimler in den Vertrag geschrieben hatte.

Dass er zum Elefanten-Dompteur taugt, hat Renschler bei seinem  vorherigen Arbeitgeber bewiesen. Bei Daimler suchte er als Nutzfahrzeugvorstand von Anfang an den Dialog mit dem Betriebsrat. So gelang es ihm, die Mitarbeiter zu sehr flexiblen Arbeitszeitregelungen zu bewegen. In einer Branche, die in den vergangenen zehn Jahren extrem volatil war, war Daimler flexibel genug, um glimpflich durch die Krise zu kommen.

Darum will Renschler auch an neuer Wirkungsstätte frühzeitig ein enges Vertrauensverhältnis zu seinen Mitarbeitern aufbauen. Dafür will sich der Spitzenmanager mit den Belegschaftsvertretern treffen und schon früh die Belange der Mitarbeiter in die Strategie einbeziehen. Doch die Voraussetzungen für ein friedliches Miteinander sind ungleich schwieriger als bei Daimler.

Denn das Verhältnis zwischen Scania und MAN gilt in der Branche als unterkühlt. Bei gemeinsamen Strategierunden beäugen sich die vermeintlichen Partner mit Argwohn. Insbesondere die stolzen Schweden fürchten um ihre Traumrenditen, misstrauten bisher stets der Technik aus München. Renschler muss auf Diplomatie setzen, damit beide an einem Strang ziehen.

Die Ziele, die Wolfsburg der Lkw-Allianz gesteckt hat, sind ambitioniert: 850 Millionen Euro will man durch die Kooperation einsparen – in der Entwicklung, bei der Fertigung und im Einkauf. Besonders MAN hätte das dringend nötig. Die Rendite der Münchener ist in den ersten neun Monaten 2014 auf gerade einmal 1,5 Prozent zusammengeschrumpft. Zuletzt musste man erneut 7500 Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Der Lkw-Bauer muss dringend beweglicher und effizienter werden.

Doch neben der Belegschaft muss Renschler auch die Führung auf den neuen Kooperationskurs einschwören. Nach Informationen des Handelsblatts aus Unternehmenskreisen gilt die Zeit von MAN-Truckchef Anders Nielsen als abgelaufen. Sein Vertrag, der im Sommer ausläuft, soll nicht verlängert werden. Nielsen soll insbesondere bei den Arbeitnehmervertretern zuletzt wenig Vertrauen genossen haben.

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Kommentare zu " Volkswagen-Marken MAN und Scania: Wie Renschler die Elefanten dressieren will"

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  • Wie soll Rentschler dass, was der überalterte VW Konzern Vorstand bisher nicht geschafft hat bewerkstelligen? Am Ende wird er der Sündenbock a la Pischetsrieder, Bernhard, Macht u. Co. sein. Ich gebe ihm max. 2 Jahre.

  • Die Ziele, die Wolfsburg der Lkw-Allianz gesteckt hat, sind ambitioniert: 850 Millionen Euro will man durch die Kooperation einsparen – in der Entwicklung, bei der Fertigung und im Einkauf.

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    VW spricht seit mindestens Fünf Jahren vom Ausbauen der Baukasten-Systeme selbst beim PKW....

    also braucht dabei VW nicht zu jammern dass dieses etwas mehr zeit benötigt um eingeführt zu werden.

    Wenn man vom hause DAIMLER kommt so dürfte es nicht unbekannt sein wie sich DAIMLER etwa in Afrika betätigt und einbringt.

    Wo ist in Afrika VW ?

    Selbst die PKW Herstellung von VW in Südafrika scheint nicht so ein optimales Ergebnis einzufahren ?

    Nur etwas Anzukündigen....und Manager von andere firmen zu AUDI AG oder zu VW AG her zu holen bringt leider keinen Erfolg von alleine.

    Und wenn man den bedarf eines Aufsteigenden Kontinents AFRIKA betrachtet...mit Wahre Steigerungsraten....

    da muss man immer wieder VW tadeln.

    Vor Jahren schon schrieb ich beim Handelsblatt dass man mit der Firma " MAN " für AFRIKA ....KLEINERE etwa 25 Passagiere-BUSSE bauen könnte....und bei VW wird auch die Meinungen von Handelsblatt gelesen und sehr Wohl registriert.

    Bei meine ehemalige 20 Jahren Betriebszugehörigkeit bei der AUDI AG...und mein Vater war 24 Jahren auch dabei....

    musste ich bei der AUDI AG wegen erhöhter Mobbing meinen Arbeitsplatz aufgeben....

    weil man sich als " Attraktivster Arbeitgeber der Region " ausgab....

    aber die Mitarbeiter gemobbt wurden wenn diese Kritik anbrachten die der Firmenführung nicht gefiel.

    Doch wenn selbst positive Verbesserungsvorschläge der eigene Mitarbeiter nicht angenommen werden...

    und sogar übernommene Leiharbeiter nach kurzer Zeit schon die Nase voll haben....

    wie Lustig wird es erst sein an der Spitzenpositionen etwas neues einbringen zu wollen oder neu etablieren zu wollen ???

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