Volkswagen
Martin Winterkorn: Antreiber und Getriebener

Wenn Martin Winterkorn heute auf die Bühne der Hauptversammlung des VW-Konzerns tritt, dann ist das nur bedingt seine Welt. Winterkorns Stärken liegen unter Autos oder in deren Motorraum. Der geborene Ingenieur hat VW auf Kurs gebracht. Ein Porträt des Mannes, auf den in der deutschen Autobranche so viel ankommt.

HAMBURG. Konkurrenten sehen von Martin Winterkorn häufig nur die Sohlen seiner schwarzen Schuhe oder den Saum des dunklen Zweireihers. Dann inspiziert der VW-Chef wie Anfang der Woche auf der Automesse in Schanghai die Modelle der Rivalen, beugt sich tief in den Motorraum, legt sich wo immer möglich unter die Autos. Diesen Moment der Wahrheit fürchten selbst die Manager von Toyota, dem Qualitätskönig aus Japan.

Dem umlagerten Star der chinesischen Motorshow blieb die penible Überprüfung durch den VW-Chef allerdings erspart: Porsches Panamera – dessen Karosserie die Unternehmenstochter VW produziert – hatte Winterkorn längst daheim inspiziert. Damit nichts dem Zufall überlassen blieb, hatte der VW-Chef die Fertigungsstätte in Hannover besucht, nur in Begleitung seines Chefkontrolleurs Ferdinand Piëch. Typisch Winterkorn: Natürlich handelt es sich um einen Auftrag des Großaktionärs. Seit Anfang des Jahres halten die Stuttgarter gut 50 Prozent an VW. Aber weil er es sich und dem Konzern schuldig ist, achtet der bald 62-Jährige auf Perfektion.

Heute teilen sich Piëch und Winterkorn, die beiden Seelenverwandten im Geist des Automobilbaus, die Bühne auf der Hauptversammlung des Konzerns im Hamburger Kongresszentrum. „Wiko“, wie er intern heißt, wird gegenüber den Aktionären das Festhalten am Wachstumskurs bekräftigen. Und das trotz der Branchenkrise, die auch VW im ersten Quartal gebeutelt hat. Die Hoffnungen ruhen auf einer schnellen Erholung der Wachstumsmärkte Russland, China und Indien sowie auf einer Wende in den USA, wo VW eine Fabrik baut – und auf deutlich geringeren Kosten durch eine gemeinsame Plattform für viele Modelle. Diesen Baukasten soll in drei Jahren als erstes Auto der neue Audi A3 nutzen.

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