Volkswagen-Stiftung
Gutes tun im Namen von VW

Der rasante Höhenflug der VW-Stammaktie hat Folgen: Porsche hat den Zeitplan für die Übernahme von Volkswagen wegen des derzeit "wirtschaftlich unsinnigen Kurses" der Anteilsscheine gestreckt und so Mancher hat sich mit Wetten gegen den Anstieg kräftig verzockt. Ein Kurshoch ohne Gewinner? Nein - die Profiteure stehen nur nicht so sehr im Rampenlicht.

HANNOVER. Den Wissenschaftsfunktionär Wilhelm Krull machte der zwischenzeitliche Höchststand der Autoaktie reich: Er führt als Generalsekretär die Volkswagen-Stiftung, die 10,5 Prozent der Anteile an VW hält. Dieses Paket war zu Höchstpreisen gut 30 Mrd. Euro wert - und machte die Volkswagen-Stiftung so zu der mit Abstand reichsten Stiftung Europas. Die Niedersachsen überholten den 1936 gegründeten britischen Wellcome Trust mit einem Kapitalstock von rund 15 Mrd. Pfund, das entspricht gut 18 Mrd. Euro. Selbst die Bill & Melinda des Microsoft-Gründers und seiner Frau - sonst Marktführer der Stiftungsbranche - hatte Ende Oktober umgerechnet nur ein bis zwei Mrd. Euro mehr auf der hohen Kante.



Allerdings: Seit die Luft aus dem zwischenzeitlichen Hoch von 1 000 Euro pro VW-Stammaktie heraus ist und sie aktuell unter 300 Euro notiert, ist der Anteil der Volkswagen-Stiftung weniger als zehn Mrd. Euro wert. Doch der Wertzuwachs seit der Gründung bleibt gewaltig. "In unseren Büchern stehen die VW-Aktien zum Buchwert, das waren 1961 genau 75,6 Mio. Euro", sagt Krull.

Anders als der Name vermuten lässt, handelt es sich bei der Volkswagen-Stiftung nicht um einen Ableger des Autobauers. "Vielen ist nicht klar, dass wir als Stiftung keinen Einfluss auf das Unternehmen haben", sagt der Generalsekretär. Mit Hilfe von 95 Mitarbeitern fördert er von der Kastanienallee in Hannover aus die Wissenschaft in Niedersachsen, Deutschland und der Welt - und zwar in dieser Reihenfolge.



Mit VW hat das außer dem Namen nur wenig zu tun. "Mit dem Personalvorstand Horst Neumann verfügt VW über eine von 14 Stimmen in unserem Kuratorium. Das ist sicher keine Dominanz", betont Krull. Die Volkswagen-Stiftung agiert als eigenständige, gemeinnützige Stiftung privaten Rechts. Mit einem Fördervolumen von mehr als 100 Mio. Euro pro Jahr ist sie die größte wissenschaftsfördernde Stiftung hierzulande.

Gegründet wurde sie 1961. Damals wurden 60 Prozent des VW-Aktienkapitals durch die Ausgabe von "Volksaktien" privatisiert. Der Bund und Niedersachsen behielten jeweils 20 Prozent. Der Erlös aus der Privatisierung und die Gewinnansprüche auf die beim Staat verbliebenen Anteile - der Bund hat seine Aktien inzwischen veräußert - wurden als Vermögen der neuen Stiftung übertragen. Ein Jahr später ging die Arbeit los. Die Stimmrechte aus dem 20-prozentigen Paket übt seither das Land Niedersachsen aus. Sollte es die Anteile veräußern, steht der Erlös für 10,5 Prozent der Stiftung zu.

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