Volkswagen-Tochter Audi erwartet weitere Schwäche in China

Audi verkauft rund ein Drittel seiner Autos in China. Die nachlassende wirtschaftliche Dynamik dort bekommt die VW-Tochter deutlich zu spüren. Schnelle Besserung ist nicht in Sicht.
Update: 30.07.2015 - 11:18 Uhr 1 Kommentar
Der Automarkt im Reich der Mitte ist lukrativ – doch nicht ohne Risiken. Quelle: dpa
Audi in China

Der Automarkt im Reich der Mitte ist lukrativ – doch nicht ohne Risiken.

(Foto: dpa)

IngolstadtAudi stellt sich nach dem Ende des jahrelangen Booms noch auf eine längere Durststrecke in China ein. Der Weg dort bleibe in den nächsten Monaten steinig, sagte Konzernchef Rupert Stadler am Donnerstag in Ingolstadt. Bislang wollte die VW-Tochter in ihrem wichtigsten Markt 600.000 Autos in diesem Jahr verkaufen. Diese Zahl bekräftigte der Vorstand auf Nachfragen aber nicht mehr und sprach nur noch von weiterem Wachstum. In den vergangenen Monaten waren die Verkaufszahlen in China rückläufig.

Der Markt bleibe angespannt, sagte Vertriebsvorstand Luca de Meo. „Das wird sich nicht über Nacht ändern.“ Entscheidend sei aber, dass Audi seine führende Position nochmals ausgebaut habe.

Kein anderer Audi kann mehr
Ein sparsamer Leisetreter
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Der neue A4 wirkt eine halbe Klasse größer, und ist eine komplette Neukonstruktion. Außerdem sehr effizient und voller Elektronik und das zu einem Einstiegspreis, der zwischen 31.000 und 32.000 Euro liegen wird. Neukonstruktionen müssen heute beim Gewicht punkten. Die Limousine wiegt bis zu 120 Kilogramm weniger, der Kombi Avant bis zu 110 Kilogramm. Auftrag erfüllt. Bei der Aerodynamik haben die Techniker nicht nur dem besten Audi der Unternehmensgeschichte erarbeitet, sondern außerdem auf Windgeräusche geachtet. Im Ergebnis soll der A4 zu den Leisetretern seiner Klasse zählen.

Assistenten bis zum Abwinken
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Die Liste der Fahrerassistenz-System legt die Vermutung nahe, Audi wolle auch die kleinste Unbill vom A4-Insassen fernhalten: Der Notbremsassistent, ein City-Notbremssystem mit Fußgängererkennung, das Pre-Sense-System, das den Wagen auf einen Aufprall vorbereitet, die Folgekollsions-Bremse und die Pausenempfehlung gehören zur Serienausstattung.

Gegen Aufpreis gibt es den adaptiven Tempomaten, der als Stauassistenz auch bis zum Stand bremst, wieder anfährt und die Spur hält, der Lenkassistent, der auch bei Geschwindigkeiten oberhalb 65 km/h die Richtung hält, ein Kreuzungsassistent, der Kollisionen beim Abbiegen vermeidet, ein Abbiegeassistent, Verkehrszeichen-Erkennung, ein Spurwechsel-Assistent, ein Querverkehrs-Assistent, ein Parkassistent, der automatisch einparkt (längs und quer) und längs auch wieder automatisch ausparkt, eine Umgebungskamera und eine Navigation, die auch Daten für das Sensorbündel im Assistenzpaket Tour liefert, das eine vorgewählte Geschwindigkeit an die Strecke und an die jeweiligen Tempolimits bis hin zum Segeln anpasst. Und zum Schluss kommt noch die Ausstiegswarnung, damit die nun Verwöhnten auch sicher wieder aussteigen können.

Stilistisch hat sich wenig geändert
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Bei der Leistung konnten die vier Diesel- und drei Benzinmotoren, mit dem der Audi A4 im November in Deutschland antritt, um ein Vierten zulegen und weisen dennoch einen um rund ein Fünftel niedrigeren Durchschnittsverbrauch auf. Besondere Aufmerksamkeit hat der neue 2.0 TFSI verdient. Der Turbo-Benziner holt aus seinen vier Zylindern mit 1984 ccm Hubraum entweder 185 kW / 252 PS zwischen 1600 und 4500 Umdrehungen pro Minute (U/min) und ein maximales Drehmoment von 370 Newtonmetern (Nm) oder – in der schwächeren Version – 140 kW / 190 PS und 320 Nm. 

Weniger Durst
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Zusammen mit dem Allradantrieb Quattro und der Sieben-Gang-S-Tronic reichen die 252 PS bei der Limousine für einen Spurt von 0 auf 100 km/h in in 5,8 Sekunden (Avant 6,0 Sekunden) und eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. In dieser Konfiguration braucht der 2.0 TFSI im Schnitt nach NEFZ pro 100 km nur 5,7 Liter, entsprechend einer Kohlendioxidemission von 129 Gramm pro Kilometer. Der 190-PS-Motor braucht 7,3 Sekunden (Avant 7,5 Sekunden), schafft 240 km/h und braucht 4,8 Liter auf 100 km (Avant 5,0 Liter). Ein Diesel dieser Leistungsklasse kann das nicht besser.

Auf der Pole Position fahren wollen die Ingolstädter auch bei Infotainment und Konnektivität.
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Der A4 kann optional mit dem virtuellen und umstellbaren Cockpit (bislang TT und Q7) bestellt werden.

Neues Brennverfahren
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Erreicht werden diese Werte mit einem neuen Brennverfahren bei verkürzter Kompressions- und langer Expansionsphase mit erhöhter Verdichtung. Der 2.0 TFSI verdichtet auf 11,7:1 statt auf 9,6:1. Er zieht Frischgas wie ein 1,4 TFSI, verdichtet höher und nutzt die zwei Liter Hubraum bei der Verbrennung. Ergebnis: Zwei-Liter-Leistung und 1,4-Liter-Verbrauch.

Der sparsamste in der Reihe der neuen A4 ist der 2.0 TDI ultra mit 110 kW / 140 PS, der dem Avant einen weiteren Rekord einbringt als erster Kombi seiner Klasse mit weniger auf 100 Gramm Kohlendioxidemission pro Kilometer (99 g/km). Die Limousine bringt es auf 95 g/km.

Vernetzt und mit Alltagssprache unterwegs
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Es fehlt nicht mehr viel, dann kann man einen Audi allein auf die Reise schicken, denn Sprachsteuerung hat er auch noch, natürlich eine, die Alltagssprache versteht. Welchem System der Fahrer gerade die Mitarbeit am Steuer befohlen hat, zeigen entweder das große, programmierbare virtuelle Cockpit – schon bekannt aus dem Audi TT –, das Head up-Display oder der große 8,3-Zoll-Touchscreen in der Mitte der Armaturentafel.

Wer immer noch Unterstützung braucht, der kann ja über die Connect-Hardware Kontakt mit der Außenwelt aufnehmen. Mit Connect hat er einen Internet-Hotspot an Bord, kann also auch Google- und Audi-Dienste in Anspruch nehmen, während sein Smartphone in der Phonebox mit dem Auto und dessen Antenne verbunden ist und induktiv geladen wird. So viel Vorsprung durch Technik ist wohl Pflicht in Ingolstadt. In der Summe gilt: Kein Audi kann mehr. 

Der bisherige Audi-Chef in China, Dietmar Voggenreiter, kehrt zum Jahresende nach Ingolstadt zurück. Stadler stellte aber klar, dass dieser Wechsel seit langem geplant sei und nichts mit den aktuellen Verkaufszahlen zu tun habe. Derartige Spekulationen seien „Bullshit“ und machten ihn wütend, sagte Stadler. Niemand habe erwarten können, dass der Markt in China dauerhaft im zweistelligen Prozentbereich wachse. Viele Kunden hätten den Kauf eines Neuwagens verschoben.

„Aber wir sehen ganz klar weiteres Wachstum für den chinesischen Markt.“ Neben China sorgt auch Russland derzeit für wenig Freude: Dort gingen die Verkaufszahlen im ersten Halbjahr um knapp ein Drittel zurück.

Weltweit will Audi in diesem Jahr aber trotz nachlassender Nachfrage in diesen Auslandsmärkten einen weiteren Verkaufsrekord einfahren und die Zahl von 1,74 Millionen Fahrzeugen aus dem Vorjahr übertreffen. Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres waren es mehr als 900.000 – ein Plus von 3,8 Prozent. Gut lief es unter anderem in den USA, Italien und Spanien. Der Umsatz legte um 11,6 Prozent auf rund 29,8 Milliarden Euro zu, der operative Gewinn stieg um gut neun Prozent auf 2,9 Milliarden Euro.

Das Wachstum spiegelt sich auch in den Mitarbeiterzahlen wider: Bis Juni schuf Audi bereits 2000 neue Arbeitsplätze in Deutschland, bis zum Jahresende sollen weitere 2000 hinzukommen. Insgesamt beschäftigt Audi rund 58.000 Menschen in seinem Heimatmarkt.

  • dpa
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1 Kommentar zu "Volkswagen-Tochter: Audi erwartet weitere Schwäche in China"

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  • Da kommt ja in Zukunft der nächste Tiefschlag für die deutsche Volkswirtschaft von der Autobranche. Nach der Energiebranche bricht also auch langsam die Autobranche ein. Die Grundstoffbranche investiert ja schon lange nicht mehr in Deutschland, sondern im Ausland. Dank der wertevernichtenden Energiewende = EEG wird die deutsche Volkswirtschaft und somit der soziale und gesellschaftliche Wohlstand in fünf Jahren durch diese marktfeindliche Politik (EEG/ESM) komplett dahin gerafft sein.

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