Volkswagen und das Abgas VW nennt neue Termine für Diesel-Rückrufe

Für die weiteren Rückrufwellen im Abgas-Skandal hat VW jetzt erstmals genaue Termine genannt. Die Wagen mit dem kleinsten betroffenen Motor sollen ab dem 30. Mai in die Werkstatt.
Update: 19.02.2016 - 12:28 Uhr
Volkswagen hat weitere Termine für die betroffenen Dieselmotoren bekanntgegeben. Quelle: dpa
Rückrufaktion

Volkswagen hat weitere Termine für die betroffenen Dieselmotoren bekanntgegeben.

(Foto: dpa)

WolfsburgVolkswagen hat für die weiteren Rückrufwellen im Abgas-Skandal erstmals genaue Termine genannt. Demnach sollen die Wagen mit dem kleinsten betroffenen Motor - dem mit 1,2 Litern Hubraum - ab der Kalenderwoche 22 und damit ab dem 30. Mai in die Werkstatt. Das Datum geht aus dem ersten generellen Anschreiben an die hierzulande rund 2,5 Millionen betroffenen Halter hervor. In dem Brief heißt es weiter, dass die mittelgroßen Motoren mit 1,6 Litern Hubraum ab dem 5. September (Kalenderwoche 36) an der Reihe sind.

Bereits bekannt ist der Starttermin 29. Februar (Kalenderwoche 9) für die 2,0-Liter-Maschinen. Dabei machen bestimmte Varianten des Passat den Anfang. Wann genau welche Modelle dran sind, hängt von den vielen verschiedenen Varianten aus Motor, Baujahr und Getriebe ab. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) gibt sie schrittweise in Stufen frei.

Bei den mittelgroßen 1,6-Liter-Motoren, die die letzte der drei großen Wellen bilden, muss neben einem Software-Update auch ein Bauteil eingesetzt werden. In dem Schreiben heißt es, jeder Halter erhalte noch einmal einen zweiten Brief, der zu einem konkreten Termin in der Werkstatt aufruft. „Wir bedauern zutiefst, dass wir Ihr Vertrauen enttäuscht haben und werden diese Unregelmäßigkeit schnellstmöglich beheben“, schreibt Volkswagen. Alle Fahrzeuge seien auch ohne die Nachbesserung „technisch sicher und fahrbereit“.

Bei den Verhandlungen mit den US-Behörden wegen des Abgasskandals erwartet Volkswagen einem Bericht zufolge noch eine längere Hängepartie. Wie das „Manager Magazin“ schreibt, rechnen Top-Manager des Konzerns nicht mit einer Einigung über Lösungen für die manipulierten Autos vor Ende März. Auch würden die im vergangenen Jahr zurückgelegten 6,7 Milliarden Euro für Maßnahmen im Diesel-Skandal wahrscheinlich nicht ausreichen, berichtet das Blatt unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Diese Autobauer investieren am meisten
Platz 15: Kia
1 von 14

Ob neue Montagehallen oder Labors: Die Autoindustrie hat ihre Investitionen in den vergangenen Jahren zufolge deutlich hochgeschraubt. 51,9 Milliarden Euro haben die 16 größten Autohersteller der Welt in Fabriken, Forschungszentren und andere Bereiche gesteckt – gut 45 Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr 2010. Das sind die Ergebnisse des Beratungsunternehmens Ernst & Young (EY). Dabei gehören Kia, Mazda (Platz 16) und Mitsubishi (Platz 14) zu den Schlusslichtern. Die Autobauer haben 2015 keine Investitionen getätigt.

Quelle: EY-Studie

Platz 13: Suzuki
2 von 14

Grund für die höheren Anstrengungen ist die weltweit brummende Autokonjunktur – der Markt wird größer, also strengen sich die Firmen an, um mehr abzubekommenden vom größeren Absatz-Kuchen. Suzuki hat im vergangenen Jahr 500 Millionen Euro in Projekte investiert. Insgesamt waren es 180 Investitionsprojekte.

Platz 12: Renault Group
3 von 14

Von 2010 bis 2015 gingen die Investitionen Schritt um Schritt nach oben – zuletzt lag das Plus 2015 bei fast 50 Prozent. Einzig 2013 gab es ein Minus. Die französische Renault Group hat 500 Millionen Euro in Projekte gesteckt.

Platz 11: BMW Group
4 von 14

Einer der Hauptprofiteure des weltweiten Investitionsbooms ist Deutschland: Seit 2010 wurden in Deutschland insgesamt 139 Investitionsprojekte im Gesamtwert von 20,7 Milliarden Euro durchgeführt – allein im vergangenen Jahr belief sich das Investitionsvolumen in Deutschland auf zwölf Milliarden Euro. 600 Millionen Euro kommen von BMW.

Platz 10: PSA Group
5 von 14

700 Millionen Euro hat die PSA Group im vergangen Jahr ausgegeben. „Die Unternehmen haben jetzt das Geld, um langfristige Investitionen zu tätigen“, sagt Studienautor Peter Fuß.

Platz 9: Honda
6 von 14

Mit Investitionen in neue Modelle und Produktionsverfahren will Honda jährlich mehr Autos verkaufen. 1,1 Milliarden Euro war das dem japanischen Konzern vergangenes Jahr wert.

Platz 8: Nissan
7 von 14

Der Nissan Leaf ist das bisher weltweit meist verkaufte Elektroauto. Auch in Zukunft will der Konzern in dieser Sparte führend bleiben. Diese und andere Projekte kosteten den Autobauer im vergangenen Jahr 1,5 Milliarden Euro. Auch in diesem Jahr will Nissan 35 Millionen Euro in sein Elektroauto-Batteriewerk investieren.

Ein VW-Sprecher sagte am Freitag zu dem Bericht: „Das sind Spekulationen, die wir nicht kommentieren.“ In den veranschlagten 6,7 Milliarden Euro waren unter anderem Kosten für anstehende Rückrufe enthalten, nicht aber mögliche Straf- und Schadenersatz-Zahlungen.

Volkswagen blickt in der Abgas-Affäre weiter auf viele Baustellen. Eine der drängendsten Fragen ist, wann und wie der Konzern knapp 600.000 manipulierte Autos in den USA nachbessern kann. Die Behörden dort hatten zuletzt einen ersten Rückrufplan abgelehnt und Nachbesserungen angemahnt. In den Vereinigten Staaten droht VW der Rückkauf zahlreicher Wagen. Die Wolfsburger hatten Anfang Februar ihre Bilanzvorlage und Hauptversammlung verschoben, um zu einem späteren Termin mehr Klarheit über die Auswirkungen des Skandals zu haben.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • dpa
Startseite

Mehr zu: Volkswagen und das Abgas - VW nennt neue Termine für Diesel-Rückrufe

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%