Volkswagen und Dieselgate Chefs in Wolfsburg können aufatmen

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Einmalig für die Autobranche

Trotz aller Erleichterung sollte jetzt aber niemand vergessen: Was sich der VW-Konzern geleistet hat, bleibt einmalig in der Geschichte der Automobilbranche. Der Wolfsburger Hersteller hat weltweit elf Millionen belogen und betrogen. Über bald zehn Jahre sind Autos verkauft worden, die die versprochenen Abgasgrenzen eben nicht eingehalten haben.

Volkswagen kann von Glück sagen, dass es die extrem scharfen Entschädigungsansprüche nur in den USA gibt. Denn das ist ein ganz wichtiger Punkt: Wenn der VW-Konzern in Europa in ähnlicher Form wie in den USA belastet worden wäre, hätte das die Existenz des Unternehmens in ernste Gefahr gebracht.

Hier lässt Volkswagen Autos bauen
Werk in Dresden
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Der Standort Dresden ist ganz der elektronischen Zukunft des Volkswagen-Konzerns gewidmet: In der sächsischen Landeshauptstadt produzieren 525 Mitarbeiter den E-Golf. Damit ist es das kleinste Werk des Autobauers in Deutschland.

Quelle: Volkswagen

Werk in Zwickau
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Roboter sind beim Karosseriebau des Golf VII im Werk der Volkswagen Sachsen GmbH im Einsatz. Im Werk in Zwickau bauen 8.820 Mitarbeiter den regulären Golf mit Verbrennungsmotor.

Werk in Chemnitz
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In Chemnitz lässt VW Motoren fertigen. 1.837 Mitarbeiter sind in dem Werk beschäftigt.

Werk in Salzgitter
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Auch in Salzgitter fertigen 6.906 Mitarbeiter Motoren. Im Bild: Dieselmotoren vom Typ MDB. Dieselfahrzeuge stehen im Zentrum des andauernden VW-Abgasskandals.

Werk in Emden
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Schweißroboter im Karosseriebau in der Passat-Produktion im Volkswagen-Werk in Emden. In dem niedersächsischen Werk arbeiten 9.017 Mitarbeiter.

Werk in Kassel
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Im VW-Werk Kassel in Baunatal werden Getriebe gefertigt. Mit 16.536 Mitarbeitern ist es die zweitgrößte Produktionsstätte der Republik.

Werk in Braunschweig
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Achsen und Lenkung stehen im VW-Werk Braunschweig auf der Agenda. In dem Werk arbeiten 7.031 Mitarbeiter.

Rund 20 Milliarden Euro hat Volkswagen bisher für die Bewältigung der Affäre zurücklegen müssen. Diese Kosten kommen bislang fast ausschließlich aus den USA. Das wird nicht das Ende sein, weitere Belastungen stehen noch aus. Aber es werden keine ganz großen Summen mehr kommen, die den Wolfsburger Konzern in seinen Grundfesten erschüttern könnten.

Volkswagen hat trotz der Milliardenbelastungen aus den USA auch im vergangenen Jahr immer noch sehr gut verdient. 2017 ohne weitere größere Rückstelllungen sollte es noch besser werden, die Aussichten der gesamten Automobilbranche für das neue Jahr sind zudem nicht die schlechtesten.

Wolfsburg kann jetzt also aufatmen, die Normalität kehrt ein Stück weit zurück. Dass das Unternehmen vergleichsweise glimpflich davonkommt, nährt jedoch eine ganz andere Sorge. Eigentlich müsste VW garantieren, dass sich ein solcher Skandal nicht mehr wiederholen kann. Doch wenn dessen Auswirkungen zu schnell wieder vergessen sind, kann so etwas möglicherweise doch wieder passieren. Deshalb hätten die Strafen für Volkswagen vielleicht doch etwas höher ausfallen müssen.

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7 Kommentare zu "Volkswagen und Dieselgate: Chefs in Wolfsburg können aufatmen"

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  • Der Gesetzes-Text wurde der Politik von den Blechkisten-Bossen diktiert!
    Nur mit extremen technischen Aufwand ist es möglich, den Stickoxid-Ausstoß beim Diesel auf die zugelassenen Werte zu reduzieren.

    Die Franzosen wissen wie das geht, das hat man aber bei uns nicht nötig,
    da die Schlauen hier die Weisheit mit dem Löffelbagger gefressen haben.

    Da kommt man in Schilda durch, aber nicht in den Vereinigten Staaten !

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • Der Zensur-Lehrling bei HBO ist wohl auch unter Geheimdienste gegangen.......entfernt so einfach mir nichts dir nichts ganz GEHEIM die Kommentare.........???!!!!!!!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • Die zentrale Frage im Abgas-Skandal lautet doch: Was steht im Gesetzestext ?
    Steht dort, die Abgasnormen müssen auf einem Prüfstand für 30 Minuten erfüllt werden, oder steht dort, die Abgaswerte müssen in der Praxis eingehalten werden ?
    Im ersten Fall hat die Autoindustrie korrekt gehandelt und man kann ihr keinen Vorwurf machen.
    Das Handelsblatt und andere Medien sollten zuerst den Gesetzestext abbilden und dann urteilen.

  • Die Regeln in Europa sind bewusst so lasch gehalten um die Zahlungen an die Hegemonialmacht nicht zu schmälern. Gott sei dank sind die Zahlungen ja steuerlich absetzbar. Durch den Verlustabzug und die entfallenden Gewinne wird so der Bürger gebührend beteiligt.

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