Volkswagen und Dieselgate
Chefs in Wolfsburg können aufatmen

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Einmalig für die Autobranche

Trotz aller Erleichterung sollte jetzt aber niemand vergessen: Was sich der VW-Konzern geleistet hat, bleibt einmalig in der Geschichte der Automobilbranche. Der Wolfsburger Hersteller hat weltweit elf Millionen belogen und betrogen. Über bald zehn Jahre sind Autos verkauft worden, die die versprochenen Abgasgrenzen eben nicht eingehalten haben.

Volkswagen kann von Glück sagen, dass es die extrem scharfen Entschädigungsansprüche nur in den USA gibt. Denn das ist ein ganz wichtiger Punkt: Wenn der VW-Konzern in Europa in ähnlicher Form wie in den USA belastet worden wäre, hätte das die Existenz des Unternehmens in ernste Gefahr gebracht.

Rund 20 Milliarden Euro hat Volkswagen bisher für die Bewältigung der Affäre zurücklegen müssen. Diese Kosten kommen bislang fast ausschließlich aus den USA. Das wird nicht das Ende sein, weitere Belastungen stehen noch aus. Aber es werden keine ganz großen Summen mehr kommen, die den Wolfsburger Konzern in seinen Grundfesten erschüttern könnten.

Volkswagen hat trotz der Milliardenbelastungen aus den USA auch im vergangenen Jahr immer noch sehr gut verdient. 2017 ohne weitere größere Rückstelllungen sollte es noch besser werden, die Aussichten der gesamten Automobilbranche für das neue Jahr sind zudem nicht die schlechtesten.

Wolfsburg kann jetzt also aufatmen, die Normalität kehrt ein Stück weit zurück. Dass das Unternehmen vergleichsweise glimpflich davonkommt, nährt jedoch eine ganz andere Sorge. Eigentlich müsste VW garantieren, dass sich ein solcher Skandal nicht mehr wiederholen kann. Doch wenn dessen Auswirkungen zu schnell wieder vergessen sind, kann so etwas möglicherweise doch wieder passieren. Deshalb hätten die Strafen für Volkswagen vielleicht doch etwas höher ausfallen müssen.

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Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

Kommentare zu " Volkswagen und Dieselgate: Chefs in Wolfsburg können aufatmen"

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  • Der Gesetzes-Text wurde der Politik von den Blechkisten-Bossen diktiert!
    Nur mit extremen technischen Aufwand ist es möglich, den Stickoxid-Ausstoß beim Diesel auf die zugelassenen Werte zu reduzieren.

    Die Franzosen wissen wie das geht, das hat man aber bei uns nicht nötig,
    da die Schlauen hier die Weisheit mit dem Löffelbagger gefressen haben.

    Da kommt man in Schilda durch, aber nicht in den Vereinigten Staaten !

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

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