Volkswagen und Dieselgate

VW stellt Diesel-Produktion in Tennessee ein

Angeblich hat Volkswagen die Produktion von Passats mit Diesel-Motoren in seinem US-Werk in Chattanooga eingestellt. Nach Bekanntwerden der Abgas-Betrügereien hatte der Konzern die Produktion zunächst fortgesetzt.
Update: 11.11.2015 - 07:46 Uhr
Einem Medienbericht zufolge stellt Volkswagen die Produktion des Passats mit Dieselantrieb in seinem US-Werk in Chattanooga, Tenessee, ein. Quelle: dpa
VW stellt angeblich Produktion von Diesel-Passats in den USA ein

Einem Medienbericht zufolge stellt Volkswagen die Produktion des Passats mit Dieselantrieb in seinem US-Werk in Chattanooga, Tenessee, ein.

(Foto: dpa)

ChattanoogaVolkswagen hat die Produktion von Passats mit Diesel-Antrieb im US-Werk in Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee laut einem Medienbericht gestoppt. Während die Benziner des Modelljahres 2016 Ende des Monats oder Anfang Dezember bei US-Vertragshändlern ankommen sollten, sei die Fertigung der Diesel-Fahrzeuge bei der Mittelklasse-Limousine ausgesetzt worden, berichtete das Fachblatt „Automobile News“ am Dienstag unter Berufung auf einen Werkssprecher in seiner Online-Ausgabe.

VW war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Die Produktion sei trotz des am 18. September durch die US-Umweltbehörde EPA ins Rollen gebrachten Abgas-Skandals zunächst fortgesetzt worden, heißt es in dem Bericht. VW hat zugegeben, in den USA im großen Stil Emissionstests von Diesel-Autos durch den Einbau einer speziellen Software manipuliert zu haben. Der Verkauf betroffener Wagen der Modelljahre 2015 und 2016 war danach gestoppt worden.

Was Sie schon immer über Diesel wissen wollten
Der Erste: Mercedes 260D
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Die ersten Autos mit Dieselmotor kamen im Jahr 1936 auf den Markt. Von Turboladern oder Einspritzung war damals noch lange nicht die Rede. Der 2,6 Liter große Vierzylinder im Mercedes 260D leistete 45 PS, der nur 1,9 Liter große Selbstzünder im Hanomag Rekord brachte es auf 35 Pferdestärken.

Der erste Direkteinspritzer: Fiat Croma
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Audi hat den TDI erfunden? Falsch! Fiat brachte nach enger Zusammenarbeit mit dem konzerneigenen Elektronik-Spezialisten Magneti Marelli den Direkteinspritzer im Jahr 1988 noch vor Audi zur Serienreife. Das zwei Liter große Triebwerk leistete 92 PS und stemmte 200 Newtonmeter auf die Kurbelwelle. Doch aus Angst vor Kinderkrankheiten bei der neuen und aufwändigen Technik brachte Fiat den Croma TD i.d. vorerst nur in Italien auf den Markt. So wurde das Feld Audi überlassen, die sich wenig später Marketing-wirksam als Pionier der Diesel-Direkteinspritzer feiern lassen konnte – was sich bis heute vor allem in das deutsche Gedächtnis gebrannt hat.

Der Kleinste: Smart fortwo cdi
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Der Dreizylinder-Diesel im alten Smart Fortwo zählt mit seinen 799 Kubikzentimetern Hubraum bis heute zu den kleinsten Dieselmotoren, die es in die Großserie geschafft haben. Je nach Jahrgang leistet der ab 2003 eingesetzte Selbstzünder zwischen 41 und 54 PS. Noch vor Bauende der zweiten Generation des Fortwo war der Diesel allerdings aus dem Angebot gefallen, die im Juli 2014 vorgestellte dritte Generation muss ohne Selbstzünder auskommen.

Der stärkste Dreizylinder: Mini Cooper D
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In der neuen Generation des Mini wurden die kleinen Vierzylinder-Motoren, die bislang aus der Kooperation mit dem PSA-Konzern stammten, aussortiert. Deren Stelle nahmen eigens entwickelte Dreizylinder ein, die auch im kommenden 1er BMW eingesetzt werden.

Im Mini Cooper D bringt es der 1,5 Liter große Drilling mit Twin-Turbo-Aufladung auf 116 PS bei einem Normverbrauch von 3,6 Litern. Der Motor ist im Mini One D auch mit 95 PS erhältlich.

Der stärkste Vierzylinder: VW Passat 2.0 TDI Biturbo
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In der aktuellen Generation des Passat ist auch der stärkste Diesel-Vierzylinder wieder im Angebot. Dank zweier Turbolader können die VW-Ingenieure bis zu 240 PS aus dem 2-Liter-Triebwerk quetschen – und bis zu 500 Newtonmeter.

Möglich macht das der ungewöhnlich hohe Druck: Die zwei Turbos pressen die Luft mit bis zu 3,8 bar in die Brennräume, die Einspritzanlage schickt den Kraftstoff mit 2.500 bar hinterher, um dann mit einem Druck von rund 200 bar zu verbrennen. Deshalb musste der Motor besonders stark gebaut werden.

Der stärkste Sechszylinder: BMW M 550d
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Wenn sich die hauseigene Performance-Schmiede M GmbH um einen Dieselmotor kümmert, kann bei BMW nur ein extremes Werk dabei herauskommen. Aus drei Litern Hubraum holen die BMW-Edeltechniker 381 PS. Möglich werden solche Werte nur durch eine ungewöhnliche Technik: An dem Selbstzünder arbeiten insgesamt drei unterschiedlich große Turbolader, um nicht nur das Turboloch zu füllen, sondern über das gesamte Drehzahlband eine hohe Leistung bereitzustellen.

Der stärkste Sechszylinder, Teil 2: Audi RS5 TDI concept
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Sollte Audi dieses Konzept-Auto zur Serienreife bringen, würde es dem BMW Tri-Turbo den Titel als stärkster Sechszylinder abnehmen – und zugleich den Diesel-V8 von Audi (4,2 Liter Hubraum, 385 PS) überflüssig machen. Der 3-Liter-V6 im RS5 TDI concept kommt wie sein großer V8-Bruder auf 385 PS, dürfte aber deutlich weniger verbrauchen.

Mit genauen Zahlen hält sich Audi allerdings noch zurück. Statt auf drei Turbolader setzen die Ingolstädter auf den Elektro-Boost. Allerdings nicht an den Rädern, sondern am Turbolader: Ähnlich wie bei den neuen Formel-1-Turbos hilft ein kleiner Elektromotor den Turbo mit bis zu 72.000 Umdrehungen auf die Sprünge.

  • dpa
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