Volkswagen und Dieselgate
VW verkauft im Juli noch weniger Autos

Volkswagen ist immer noch im Würgegriff der Diesel-Affäre. Der Konzern hat im Juli im Vergleich zum Vorjahr gut 8.000 Autos weniger ausgeliefert. Dennoch kommt die Kernmarke VW damit noch glimpflich davon.

WolfsburgVolkswagen hat im Juli etwas weniger Autos seiner Kernmarke VW verkauft. Der Konzern lieferte weltweit gut 449.000 Fahrzeuge aus, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Das war ein Rückgang um 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Vertriebschef Jürgen Stackmann verwies als Hauptgrund auf zwei Arbeitstage weniger im Vergleich zum Juli 2015.

In einigen europäischen Kernmärkten hätten sich außerdem die Käufer wegen veränderter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen zurückgehalten. So trübte in Großbritannien die Volksabstimmung zum Brexit Ende Juni die Kauflaune. Der VW-Absatz lag dort nach Angaben des britischen Branchenverbandes 9,5 Prozent unter Vorjahr.

Am Heimatmarkt Deutschland ging es ebenfalls bergab, hierzulande lieferten die Wolfsburger im Juli über 15 Prozent weniger Fahrzeuge aus als vor Jahresfrist.

Stütze des Verkaufs im Juli blieb der chinesische Markt. In seinem größten Absatzgebiet verkaufte VW rund ein Sechstel mehr Fahrzeuge. Auch Osteuropa erwies sich als robust mit einem Plus von 12,5 Prozent. In den besonders von der Dieselkrise betroffenen USA ging der Verkauf um 8,1 Prozent zurück. Im Heimatmarkt Deutschland waren es sogar 15,6 Prozent weniger.

China riss als wichtigster Einzelmarkt den Autobauer heraus mit einem Plus von fast 17 Prozent auf 210.500 Wagen. Von Januar bis Juli war der Absatz vor allem wegen des Skandals um die Manipulation von Diesel-Autos mit 3,37 Millionen Stück knapp ein Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum.

Unterdessen spitzt sich die Bewältigung der Diesel-Affäre in den USA weiter zu. Der milliardenschwere US-Vergleich von Volkswagen im Diesel-Skandal füllt die Taschen der Kläger-Anwälte. Sie fordern bis zu 332,5 Millionen Dollar an Gebühren und anderen Rechtskosten, wie aus einem Gerichtsdokument hervorgeht. Volkswagen hatte mit einem mehr als 15 Milliarden Dollar teuren Vergleich die Hunderte Sammelklagen von Dieselbesitzern sowie Klagen von Behörden und US-Bundesstaaten beigelegt.

Volkswagen und die Kläger-Anwälte hätten sich bislang nicht auf die Höhe der Gebühren geeinigt, hieß es in dem Dokument. Die Bedingungen des Vergleichs sehen vor, dass der zuständige Bezirksrichter Charles Breyer die Anwaltsgebühren genehmigen muss.

Derweil will der Konzern bis Mitte kommenden Jahres alle vom Dieselskandal betroffenen Fahrzeuge repariert haben. „Ich bin zuversichtlich, dass wir einen Großteil der Themen in 2016 und den Rest im ersten Halbjahr 2017 bewältigen werden“, sagte VW-Markenvorstand Herbert Diess der „Wirtschaftswoche“. Für 4,6 Millionen der weltweit rund 10,5 Millionen betroffenen Dieselfahrzeuge seien bereits technische Lösungen erarbeitet und von den Behörden freigegeben worden.

Verschrottungen von Fahrzeugen in größerem Umfang solle es nicht geben, sagte Diess dem Magazin. Dies wäre dann notwendig, wenn VW nicht in der Lage wäre, die Autos entsprechend der geltenden Gesetze in den USA umzurüsten.

Von einem Rückzug der Marke VW aus den USA hält der Marken-Chef nichts: „Das wäre aus meiner Sicht ein Fehler.“ Amerika sei ein Land, „in dem man zwar hart bestraft wird, aber dann auch eine zweite Chance bekommt“, sagte Diess der „Wirtschaftswoche“.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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