Volkswagen Verkäufe in den USA gehen weiter zurück

Volkswagens Absätze in den USA rutschen im Oktober nach dem Dieselskandal weiter ab. Aber auch andere Autobauer müssen ein Minus hinnehmen, weil die Amerikaner sich mit Autokäufen zurückhalten.
Update: 01.11.2016 - 18:46 Uhr
Der Absatz im Oktober ging im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum um 18,5 Prozent auf 24.779 Autos zurück. Quelle: Reuters
VW-Verkäufe in den USA sinken

Der Absatz im Oktober ging im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum um 18,5 Prozent auf 24.779 Autos zurück.

(Foto: Reuters)

HerndonVolkswagen muss bei seiner Kernmarke VW in den vom Dieselskandal besonders betroffenen USA einen weiteren herben Rückschlag einstecken. Der Absatz im Oktober ging im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum um 18,5 Prozent auf 24.779 Autos zurück, wie die US-Tochter des Konzerns in Herndon (US-Bundesstaat Virginia) mitteilte. Im Oktober standen bei den meisten Modellen prozentual zweistellige Rückgänge zu Buche, auch beim wichtigen Passat.

Das wichtigste Modell Jetta hielt sich mit einem Minus von 5,6 Prozent noch vergleichsweise stabil. In der Golfklasse sanken die Verkäufe um 10,1 Prozent.

Der Oktober hatte mit 26 Tagen diesmal zwei Verkaufstage weniger als im vergangenen Jahr. Die Hausmarke mit dem VW-Logo leidet unter anderem unter einem Verkaufsstopp für Dieselfahrzeuge.

Aber auch andere Autobauer müssen in den USA Rückgänge hinnehmen: Denn die Amerikaner halten sich weiter mit Autokäufen zurück. Auch im Oktober setzten große Hersteller weniger Fahrzeuge ab als noch ein Jahr zuvor, obwohl höhere Rabatte gewährt wurden. Bei Marktführer General Motors betrug das Minus 1,7 Prozent, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Vor allem auf den Mittelklasselimousinen blieb die Opel-Mutter sitzen. Gefragt waren dagegen kleinere Pickups und große SUVs. Sie konnten die Lücke aber nicht füllen. Bei Fiat Chrysler , der drittgrößte Konzern auf dem US-Markt, betrug das Minus 10,3 Prozent.

Ein VW wie ein Gebirge
Die Modellbezeichnung Atlas ist eine selbstbewusste Ansage:
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Auf Atlas' Schultern ruhen in der griechischen Mythologie die Säulen des Universums. Ganz so groß ist die Verantwortung des neuen SUV nicht – doch sein Erfolg wird darüber entscheiden, ob VW in den USA in den Mainstream einbrechen kann oder letztlich eine Nischenmarke bleibt, der nach dem Wegbrechen der Dieselfahrer noch ein paar kostenbewusste Kunden in den Metropolen und die eingeschworene GTI-Fangemeinde bleiben.

Im Vergleich zur Studie Cross Blue von 2013 wurde der Atlas nochmals mit kräftigen Strichen nachgezeichnet
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Hoch türmen sich die horizontalen Designelemente auf, vom simulierten Unterfahrschutz über die großen Lufteinlässe bis hin zu den beinahe quadratischen Beleuchtungselementen. Die Seitenpartie wird von einer ausgeprägten Schulterlinie dominiert; die Radausschnitte sind insgesamt vierfach nachgezogen.

Im Vergleich zur Studie Cross Blue von 2013 wurde der Atlas nochmals mit kräftigen Strichen nachgezeichnet.
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Das hintere Seitenfenster vollführt einen kecken Schwung nach oben, und am scharf geschnittenen Heck dienen breite Rückleuchten, stoßstangenfeste Auspuffblenden und die amerikanischem Geschmack angepasste Chromleiste als Blickfang.

Dass der Atlas eine derart eindrucksvolle Präsenz entfaltet, liegt vor allem an seiner schieren Größe:
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Stolze 5,04 Meter ist das SUV lang, mit 1,98 Metern Breite kratzt er bereits an der Zwei-Meter-Marke, und die Höhe von 177 Zentimetern würde in vielen europäischen Parkhäusern bereits Probleme schaffen. Tatsächlich ist der Atlas größer als der viel teurere und im Markt höher positionierte Touareg.

Blick in den Innenraum
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Erstaunlich: Beim Riesen-SUV handelt es sich um ein Derivat der MQB-Architektur, auf die unter anderem die Baureihen Golf und Tiguan aufsetzen. Hätte es eines Beweises für die Flexibilität dieser Plattform bedurft: Der Atlas liefert sie.

Als üppige Einstiegsmotorisierung dient ein 238 PS starker 2,0-Liter-Turbo-Vierzylinder, der seine Kraft über einen Acht-Stufen-Wandlerautomaten auf die Vorderachse leitet.
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Darüber rangiert, mit dem gleichen Getriebe, der schöne 3,6-Liter-VR6 mit 280 PS – ein freisaugender Motor, der sich durch sonoren Klang und seine lineare Leistungsentfaltung auszeichnet, wegen seines ungenierten Konsumgebarens jedoch in Europa weitgehend verschwunden ist.

In den USA hingegen spielt der Verbrauch dank der niedrigen Spritpreise nur eine geringe Rolle, weshalb VW hier keine Veranlassung sieht, auf diese Prestige-Motorisierung zu verzichten.

Wer den Atlas mit Allradantrieb fahren möchte, kommt am VR6 ohnehin nicht vorbei. Nur hier ist das System bestellbar; es lässt sich übrigens in vier Stufen an die Oberflächenbeschaffenheit anpassen.

VW Atlas
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Zum bulligen Auftritt des Atlas hätte ein Dieselmotor besonders gut gepasst – doch wegen des noch nicht überstandenen Dieselskandals hat VW von dieser Option bis auf weiteres Abstand genommen.

Einen Plug-In-Hybrid gibt es ebenfalls nicht: Das Segment ist zu preissensibel, um eine derart kostenintensive Elektrifizierung zu honorieren.

Bei BMW brach der Absatz wie bei Volkswagen um über 18 Prozent weg. Bei Mercedes fiel das Minus mit einem Prozent weitaus geringer aus. Anders als BMW und die Konzernmutter VW steigerte Audi den Absatz sogar leicht und stellte den 70. Monat in Folge einen Rekord auf. Im Vergleich zum Oktober 2015 betrug das Plus 0,1 Prozent.

Die Gesamtzahl für Oktober im wichtigen US-Markt wird erst später vorliegen, weil der Branchenzweite Ford die Veröffentlichung seiner Statistik wegen eines Brandes am Firmensitz verschoben hat. Analysten zufolge dürfte der Absatz insgesamt zwischen sechs und acht Prozent zurückgegangen sein.

  • dpa
  • rtr
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