Am Wochenende sorgten Meldungen für Aufsehen, Porsche
habe ausgelotet, ob das Land zum Verkauf von Aktien an den Sportwagenbauer bereit sei. Angeblich soll es um die Hälfte der niedersächsischen VW - Aktien im aktuellen Wert von rund fünf Mrd. Euro gegangen sein. Wulff aber lehnt den Verkauf von VW-Anteilen vor allem wegen der Bedeutung des Unternehmens als mit Abstand größter Arbeitgeber in Niedersachsen kategorisch ab. Auch eine teure Aufstockung sei nicht nötig, lautet die Argumentation der Staatskanzlei. Angesichts der geringen Präsenz auf der VW-Hauptversammlung erreiche das Land faktisch immer eine Sperrminorität auch von 25 Prozent.
VW müsse selbstständig bleiben, fordert Wulff - und gibt sich kämpferisch: "Wir werden alles dafür tun, eine Verlagerung des Konzernsitzes Wolfsburg, eine Zerschlagung oder eine vollständige Eingliederung des Konzerns in eine Porsche-Holding zu verhindern." Das Auftreten von Porsche
gehe "übers Ziel hinaus".
Auf der Hauptversammlung dürften sich die beiden Großaktionäre gegenseitig blockieren, so dass kein Antrag die notwendige Mehrheit erreicht. Es bliebe beim Status quo. Dies wiederum könnte Porsche
Anlass geben, den Weg vor Gericht zu suchen, wie es im Konzernumfeld heißt.
Ein juristisches Tauziehen droht auch in dem seit Monaten tobenden Streit um die Mitbestimmungsvereinbarung der Porsche-Holding, deren Teil VW nach einer Übernahme sein wird. Aus Sicht des VW-Betriebsrats geht die Vereinbarung zu Lasten der VW-Belegschaft. Betriebsratschef Bernd Osterloh sprach bereits von einer "feindlichen Übernahme" und will grundlegende Änderungen. Porsche
lehnt dies ab. Am 29. April verhandelt das Stuttgarter Arbeitsgericht über eine Klage des VW - Betriebsrats gegen die Vereinbarung. Osterloh begrüßt zwar grundsätzlich den Einstieg Porsches
bei VW - Wiedeking aber ist für ihn ein "Marktradikaler", für den nur die Rendite zähle.

