Volkswagen
VW verzaubert die Slowakei mit dem „Up“

Er ist klein, aber eine große Hoffnung für Volkswagen, der „Up“. Der Kleinstwagen von VW wurde auf der IAA 2007 erstmals präsentiert. Heute stellten die Wolfsburger das kleine Auto dort vor, wo es bald auch gebaut wird: In Bratislava. Und sofort verliebte sich die ganze Slowakei in den „Up“.

BRATISLAVA. Langsam rollt das kleine Auto auf die Bühne, laute Fanfarenmusik dröhnt aus den Lautsprechern. Im Blitzlichtgewitter steigt Andreas Tostmann aus, der Chef von Volkswagen Slowakei. Auf der Beifahrerseite schwingt der slowakische Ministerpräsident Robert Fico aus dem „Up“, der neuen Zukunftshoffnung von Volkswagen.

Um sie herum brandet Applaus auf, die Belegschaft des VW-Werks in Bratislava feiert den kleinen Wagen, mit dem der Wolfsburger Konzern zunächst in Europa, später dann auch in Asien und Südamerika punkten will. Klein ist das Gefährt tatsächlich: ungefähr drei Meter lang, nur vier Passagiere passen in das Auto. Premierminister Fico spricht von einem „sexy Gefühl“, mit der kleinen Blechkiste auf der Bühne des VW-Werkes vorzufahren.

Ein wenig stolz ist die kleine Slowakei schon, dass die Wolfsburger ausgerechnet sie als Produktionsstandort für den neuen „Up“ ausgewählt hat. Deshalb wäre der Ministerpräsident sowieso gekommen, mag der aktuelle Auftritt vom Dienstag auch wunderbar in den Europa-Wahlkampf hineinpassen. Gut 300 Millionen Euro investiert VW in die neue Produktionslinie in Bratislava, wahrscheinlich wird es auch 1500 neue Arbeitsplätze geben.

Ein positives und außergewöhnliches Signal für die krisengeschüttelte Automobilindustrie. Ein paar Millionen gibt indirekt auch der slowakische Staat dazu, Volkswagen darf nämlich wegen der Investitionen in das neue Auto mit Steuererleichterungen rechnen. 2011 soll die Produktion des neuen Autos beginnen, bis zu 150000 Stück können davon jährlich in Bratislava gefertigt werden.

Andreas Tostmann, der Hausherr in Devinska Nova Ves, Bratislavas nordwestlichstem Stadtteil nahe der österreichischen Grenze, sieht die ganze Sache pragmatisch. Er steht unter ziemlichem Zeitdruck, wenn der „Up“ wie geplant in zwei Jahren von den Bändern laufen soll. Eine große Feier wie jetzt zur Präsentation des neuen Kleinwagen-Modells von Volkswagen wird es im Werk so schnell nicht wieder geben, da große Teile der Fabrik umgerüstet werden müssen. „Dann haben wir hier überall eine Baustelle.“ Eine Baustelle, die sich allerdings lohnen sollte.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie
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