Volkswagen

VW will Vertrag mit Winterkorn verlängern

VW-Chef Martin Winterkorn bleibt im Amt. Der Aufsichtsrat soll den Vertrag des 67-Jährigen sogar über 2016 hinaus verlängern. VW-Aufsichtsratschef Piëch konnte für seine Kritik an Winterkorn keine Unterstützer finden.
Update: 17.04.2015 - 15:34 Uhr 3 Kommentare

Reaktionen auf die VW-Aufsichtsratentscheidung

VW-Chef Martin Winterkorn bleibt im Amt. Das Präsidium des Aufsichtsrats habe sich in seiner gestrigen Krisensitzung in Salzburg sogar darauf verständigt, dass der Vertrag des 67-Jährigen über 2016 hinaus verlängert werden solle, teilte VW am Freitag mit. Ein öffentlicher Angriff von Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch auf Winterkorn hatte den Konzern vergangenen Freitag in eine Führungskrise gestürzt. Zur Zukunft Piëchs im Unternehmen äußerte sich der Konzern am Freitag zunächst nicht.

„Das Präsidium des Aufsichtsrates der Volkswagen AG stellt fest, dass Professor Dr. Martin Winterkorn der bestmögliche Vorsitzende des Vorstands für Volkswagen ist“, hieß es in einer Pressemitteilung. Im Februar des kommenden Jahres solle auf einer Aufsichtsratssitzung der bis Ende 2016 laufende Vertrag Winterkorns verlängert werden. „Das Präsidium legt großen Wert darauf, dass Herr Professor Dr. Winterkorn seine Funktion als Vorsitzender des Vorstands auch weiterhin so aktiv und erfolgreich wie bisher verfolgt und hat hierbei die uneingeschränkte Unterstützung des Gremiums.“

„Winterkorn ist ein anderes Kaliber“
Stephan Weil, niedersächsischer Ministerpräsident
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„Die Diskussionen der vergangenen Woche waren nicht gut für Volkswagen“, sagte Stephan Weil, niedersächsischer Ministerpräsident und Mitglied im Präsidium des VW-Aufsichtsrats, am Freitag in Köln. „Ich glaube, mit dem gestrigen Beschluss ist diese Diskussion nun beendet. Ich finde es wichtig, dass jetzt auch Klarheit darüber besteht, dass wir an dieser Stelle Kontinuität haben werden“, sagte Weil. Mit seinem Beschluss habe die Aufsichtsratsspitze für „die notwendige Klarheit über den künftigen Kurs“ und die „personelle Spitze“ gesorgt.

Bernd Osterloh, Konzernbetriebsratschef von Volkswagen
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„Als Arbeitnehmervertreter begrüßen wir die Entscheidung des Präsidiums. Wir werden unseren Erfolgskurs mit Martin Winterkorn fortsetzen. Er ist der richtige Mann auf dem richtigen Platz“, sagte VW-Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh am Freitag in Wolfsburg.

Berthold Huber, IG-Metall-Vertreter im VW-Aufsichtsrat
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Auch Berthold Huber von der IG Metall, der im Aufsichtsratspräsidium sitzt, stärkte VW-Vorstandschef Martin Winterkorn den Rücken: „Mit Herrn Winterkorn haben wir einen hervorragenden Automobilisten und legen großen Wert darauf, dass er seine Funktion als Vorsitzender des Vorstandes auch weiterhin so erfolgreich wie bisher verfolgt.“ Die Entscheidung sei „ein gutes Zeichen für die Belegschaft und das Unternehmen“.

Uwe Hück, Betriebsratsvorsitzender der Porsche AG
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Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück hat das Gezerre um eine mögliche Nachfolge von Martin Winterkorn kritisiert. Die vergangenen Tage seien „eine Art Deja-vu-Erlebnis“ gewesen, sagte Hück und spielte damit auf die quälende Übernahmeschlacht zwischen VW und Porsche in den Jahren 2008 und 2009 an. „Wir haben uns an 2009 zurück erinnert gefühlt“, sagte Hück am Freitag. „Das war nicht gut für die Belegschaft und das Unternehmen.“ „Aus diesem Grund halte ich die Entscheidung des Präsidiums des Aufsichtsrats von Volkswagen für richtig und wir stehen voll dahinter“, führte Hück, der auch stellvertretender Aufsichtsratschef der Porsche AG ist, weiter aus.

Jürgen Pieper, Analyst beim Bankhaus Metzler
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„Wenn man sich die enorme Entwicklung anschaut, die VW in seiner Amtszeit gemacht hat, ist Winterkorn ein anderes Kaliber als manche von Piëchs bisherigen Zielen“, sagte der Experte der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Peter Mosch, Betriebsratschef bei der VW-Tochter Audi
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„Martin Winterkorn ist einer der fähigsten Manager der Automobilbranche – der Richtige, das VW-Lenkrad weiter in Richtung Zukunft einzuschlagen. Als Audi Vorstandsvorsitzender und später auch als VW-Konzernchef hat er maßgeblich am Erfolg des Unternehmens und des Konzerns mitgewirkt. Das Beschäftigungswachstum des VW-Konzerns auf knapp 600.000 Kolleginnen und Kollegen - davon alleine 80.000 bei unserer Marke Audi - hat er zusammen mit dem Betriebsrat erreicht. Das war eine starke Leistung – und auf diese hoffen wir Arbeitnehmer auch zukünftig setzen zu können“

Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des Center Automotive Research (CAR)
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„Die Schlacht ist noch lange nicht geschlagen“, sagte der Automobilexperte der dpa. Dudenhöffer bezeichnete die geplante Vertragsverlängerung als „Etappensieg“ für Winterkorn. Die VW-Mitteilung sei ein „Signal, um zunächst einmal wieder Ruhe in den Konzern zu bringen“. Wie es nun mittelfristig weitergehe, müsse sich allerdings erst noch zeigen. „Noch ist ja kein Vertrag unterzeichnet, das ist nur eine Willensbekundung. Piëch wird sich das bis dahin weiter genau angucken.“ Winterkorn sei noch immer angezählt und stehe unter genauester Beobachtung Piëchs.

Fünf von sechs Mitgliedern im sechsköpfigen Präsidium des Aufsichtsrats hätten sich für den Konzernchef ausgesprochen und damit gegen Piëch gestellt, sagten zwei mit den Vorgängen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. „Das ist offenkundig eine klare Niederlage für Herrn Piëch“, so eine weitere Person.

„Die Diskussionen der vergangenen Woche waren nicht gut für Volkswagen“, sagte Stephan Weil, niedersächsischer Ministerpräsident und Mitglied im Präsidium des VW-Aufsichtsrats, am Freitag in Köln. „Ich glaube, mit dem gestrigen Beschluss ist diese Diskussion nun beendet. Ich finde es wichtig, dass jetzt auch Klarheit darüber besteht, dass wir an dieser Stelle Kontinuität haben werden“, sagte Weil. Mit seinem Beschluss habe die Aufsichtsratsspitze für „die notwendige Klarheit über den künftigen Kurs“ und die „personelle Spitze“ gesorgt.

VW-Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh wertete den Beschluss als wichtiges Zeichen. „Als Arbeitnehmervertreter begrüßen wir die Entscheidung des Präsidiums. Wir werden unseren Erfolgskurs mit Martin Winterkorn fortsetzen. Er ist der richtige Mann auf dem richtigen Platz“, sagte er am Freitag in Wolfsburg. Ähnlich äußerte sich Berthold Huber von der IG Metall, der wie Osterloh im Präsidium sitzt. Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück hat das Gezerre um eine mögliche Nachfolge Winterkorns kritisiert. Die vergangenen Tage seien „eine Art Deja-vu-Erlebnis“ gewesen, sagte Hück und spielte damit auf die quälende Übernahmeschlacht zwischen VW und Porsche in den Jahren 2008 und 2009 an. „Wir haben uns an 2009 zurück erinnert gefühlt“, sagte Hück am Freitag. „Das war nicht gut für die Belegschaft und das Unternehmen.“ Er begrüßte die Entscheidung des Präsidiums.

Die Volkswagen-Aktie legte als Reaktion auf die Nachricht zunächst zwei Prozent zu und setzte sich an die Spitze der Tagesgewinner im Dax, dem Börsenbarometer für die wichtigsten deutschen Aktiengesellschaften. Am Nachmittag notierte die Aktie zwar im Minus, war immer noch bester Wert im Dax in einem insgesamt stark rückläufigen Markt.

Ärger um eine „Privatmeinung“
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3 Kommentare zu "Volkswagen: VW will Vertrag mit Winterkorn verlängern"

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  • Das identische Prozedere wie bei Wiedeking. 8 Monate später war er weg!!
    Ein fast 70 jähriger an der Spitze ist für junge strebsame Führungskräfte ein Hohn.
    Die Fahrzeugflotte der Marke VW trägt Altherrenmief.

  • Vertrag des 67-Jährigen"
    Viel zu alt der Mann als Vorstand, ein warmes Plätzchen im Aufsichtsrat wäre doch
    sinnvoller.

  • .............................. «Die Familien Porsche und Piëch stehen (noch) voll und ganz hinter Dr. Wiedeking und dem Vorstand der Porsche Automobil Holding SE.

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