Volkswagen
Wiedekings schwierigste Mission

Showdown in Salzburg: Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und sein Finanzchef Holger Härter mussten am Mittwoch im zweiten Anlauf binnen einer Woche zum Rapport bei den Eigentümerfamilien Piëch und Porsche, um sie von ihrem Rettungsplan für den Sportwagenbauer zu überzeugen.

HAMBURG/STUTTGART. Der Showdown der Familien Porsche und Piëch in Salzburg endete in einer Arbeitsgruppe. Unter der Leitung von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und Volkswagen-Chef Martin Winterkorn soll sie innerhalb von vier Wochen „unter maßgeblicher Einbindung“ des Landes Niedersachsen und der Arbeitnehmer beider Unternehmen ein Konzept für die zukünftige Struktur eines „integrierten Automobilkonzerns“ vorlegen, teilten beide Unternehmen gestern Abend mit. Fest steht: Porsche tritt als zehnte Marke zum VW-Konzern. Offen bleibt die Führungsstruktur des Konzerns: Gibt Porsche-Mann Wiedeking den Ton an oder VW-Chef Winterkorn als Vertrauter Piëchs?

Auf die Arbeitsgruppe hatten sich die Porsche-Eigentümerfamilien zuvor auf ihrem Krisengipfel geeinigt, der einen Ausweg aus der Verschuldungsfalle aufzeigen sollte. Mit den Verhandlungen vertraute Kreise werteten das Ergebnis als Basis für einen Kompromiss, auch weil über Kapitalmaßnahmen diskutiert worden sei. Noch in diesem Jahr, noch vor der möglichen Fusion, sollen demnach Porsche bis zu fünf Mrd. Euro frisches Kapital und damit mehr als die Hälfte der derzeitigen Schuldensumme durch die Gesellschafter und die Vorzugsaktionäre zufließen.

Auf dem Tisch des VW-Großaktionärs lagen zuvor zwei Konzepte: Wiedekings Plan sieht vor, Porsche und VW zu fusionieren, einen Investor wie das Emirat Katar an Bord zu nehmen und dann eine Kapitalerhöhung durchführen. Sollten jetzt die Familien und Aktionäre die Kapitalmaßnahmen tragen, würde das Wiedekings Position stärken.

VW-Aufsichtsratschef und Porsche-Miteigentümer Ferdinand Piëch setzte dagegen auf eine Übernahme von Porsche durch VW. Das wäre eine bittere Pille für Wiedeking: Dadurch würde Porsche zwar entschuldet, aber dafür das Machtzentrum von der Stuttgarter Porsche-Holding nach Wolfsburg zu VW verlagert. Dies scheint vorerst vom Tisch. Allerdings sitzt Wiedeking in dem Ausschuss einer Phalanx gegenüber, die Piëch deutlich besser kennt als der Porsche-Chef. Welche Machtverteilung am Ende herauskommt bleibt völlig offen.

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