Volkswagen will notfalls in China kaufen
Thyssen-Krupp erzürnt Autobauer mit teurem Stahl

Thyssen-Krupp hat angekündigt, in den anstehenden Verhandlungen um neue Stahlpreise mit den Autoherstellern mehr Geld verlangen zu wollen. Volkswagen drohte bereits, notfalls Stahl aus China beziehen zu wollen.

HB DÜSSELDORF. Bei den Gesprächen über die langfristigen Verträge werde eine Anhebung von rund 100 Euro je Tonne Stahl angestrebt, sagte ein Sprecher der Stahl-Sparte des Konzerns am Dienstag. Der stellvertretende Vorstandschef des Konzerns, Ulrich Middelmann, verwies auf die gestiegenen Rohstoffpreise und betonte: „Wir haben da Nachholbedarf. Wenn die Autobauer niedrige Stahlpreise wollen, sollen sie in Zukunft doch bei Baosteel kaufen“, sagte er der „Financial Times Deutschland“. Baosteel ist der größte chinesische Stahlkonzern.

Anfang September hatten die großen europäischen Stahlkonkurrenten Arcelor aus Luxemburg und Salzgitter aus Hannover die Preise heraufgesetzt. Thyssen-Krupp hatte bereits mitgeteilt, die Preise für Flachstahl im Oktober um 20 bis 30 Euro je Tonne anheben zu wollen. Für das erste Quartal 2006 ist dann eine weitere Preiserhöhung geplant. Deren Höhe steht aber noch nicht fest. Der Konzern geht aber dem Sprecher zufolge davon aus, höhere Preise am Markt durchsetzen zu können. Die Situation am Markt habe sich entspannt und die Lager bei den Kunden seien nicht mehr übervoll, hieß es.

Thyssen-Krupp will zusätzlich zu einem neuen Stahlwerk in Brasilien eine neue Anlage zur Stahl-Veredelung in Nordamerika bauen. Es seien ein Kaltwalzwerk und eine Feuerbeschichtungsanlage geplant, erläuterte der Sprecher.

Middelmann kündigte an, der Konzern wolle sich dazu an einem Erzeuger in der Region beteiligen oder diesen übernehmen. Eine weitere Option sei der Bau einer eigenen Veredelung. Denn Produkte aus dem neuen Werk in Brasilien sollen in Europa und Nordamerika veredelt werden. In Europa verfügt der Konzern bereits über entsprechende Kapazitäten - in Nordamerika fehlen sie dagegen noch.

Für den Weltmarkt rechnet der Weltstahlverband IISI für 2006 mit einem Anwachsen der Stahl-Nachfrage um vier bis fünf Prozent. Auch im kommenden Jahr werde die Nachfrage vor allem von China getrieben, erläuterte der Verband bei einem Kongress in Seoul. Allerdings bauen chinesische und indische Stahlhersteller ihre Kapazitäten derzeit parallel dazu aus.

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