Volkswagen: Winterkorn plant Nutzfahrzeug-Offensive

Volkswagen
Winterkorn plant Nutzfahrzeug-Offensive

VW-Chef Martin Winterkorn will auch im Nutzfahrzeug-Bereich nach vorne fahren. Der neue Vorstand Leif Östling geht behutsam vor, hat jetzt aber sein jährliches Wachstumsziel verraten.
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HamburgDer neue Konzernvorstand Leif Östling muss das Geschäft mit Volkswagens Nutzfahrzeugen nach vorn bringen. Eine aktuelle Spezialausgabe der internen Informationen für VW-Manager („Group News“), die dem Handelsblatt vorliegt, zeigt den Weg auf. Konzernchef Martin Winterkorn schärft den Managern darin ein, worum es 2013 strategisch geht: „Unser Konzern ist im Pkw-Geschäft auf dem Weg an die Spitze“, so Martin Winterkorn. „Um Volkswagen bis 2018 zum führenden Mobilitätskonzern der Welt zu machen, gilt es aber auch bei den Nutzfahrzeugen ganz vorne mitzuspielen.“

Weltweit arbeiten gut 100.000 Beschäftigte im neuen Nutzfahrzeug-Bereich. Ab Januar gehört die VW-Nutzfahrzeugsparte mit Sitz in Hannover (VWN) nicht mehr zum Pkw-Bereich, sondern zu Östlings kommerziellem Geschäftsfeld.

Intern werden zum Jahreswechsel die Eckpfeiler der Strategie sichtbar. „Unter der Führung von Leif Östling haben MAN, Scania und Volkswagen Nutzfahrzeuge so begonnen, Synergien zu heben und weitere Geschäftspotenziale zu erschließen“, schreibt Winterkorn den Managern. Stoßrichtung der Operation: „Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität aller beteiligten Marken“ sollen deutlich steigen.

Derzeit sieht die Lage der Lkw-Branche alles andere als rosig aus: MAN und VW Nutzfahrzeuge verlängern aufgrund der konjunkturell schwachen Nachfrage nach Lastwagen die Weihnachtsferien. MAN hat zudem für das neue Jahr Kurzarbeit angemeldet. Winterkorn hält die aktuellen Probleme für lösbar: „Wenn wir diesen Weg konsequent weitergehen, dann wird der VW-Konzern in diesem zyklischen, aber renditestarken Geschäftsfeld einen langfristigen, stabilen Wachstumskurs fahren“, schreibt er.

Was das konkret heißt, erfuhren die Manager des VW-Konzerns vom neuen Vorstand, in einem internen Interview mit den „Group News“. Östling sagt darin: „Unser Ziel ist ein jährliches Wachstum – gemäß der Marktentwicklung – von durchschnittlich vier bis fünf Prozent.“

Der erfahrene Truck-Manager möchte ein „neues Geschäftsmodell“ etablieren. Denn im Gegensatz zum Pkw-Geschäft müsse die Wertschöpfungskette bei Lkw-Herstellern aufgrund der Bedürfnisse der Kunden, viel breiter aufgestellt sein. „Neben dem Verkauf des Fahrzeugs gehören dazu Wartung und Reparatur, Fahrerservice und -training, Sicherheitsmaßnahmen, Finanzierungsdienstleistungen und umfangreiche Beratung“, so Östling. „Wir kennen den Namen jedes einzelnen Kunden und wir kennen ihr Geschäft.“

Vom großen Wurf hat man sich in Wolfsburg verabschiedet. Ex-Scania-Chef Östling, der seit jeher für starke Marken eintritt, geht auch in seiner neuen Rolle behutsam vor – will koordinieren, nicht integrieren. Konkret kooperieren MAN, Scania und VWN bisher nur im Einkauf. Der neue MAN-Einkaufsvorstand Ulf Berkenhagen setzt mit harter Hand die gemeinsame Beschaffung von Reifen, Glas und Stahl durch.

Doch damit nicht genug: Die Nutzfahrzeug-Töchter sollen „bei bestimmten Bauteilen im Bereich Entwicklung kooperieren“, sagt Östling. Und auch Volkswagens Nutzfahrzeuge sollen künftig mehr Modelle auf einer einheitlichen Basis aufbauen und dazu „eigene modulare Plattformen entwickeln“, so Östling.

 

Kommentare zu " Volkswagen: Winterkorn plant Nutzfahrzeug-Offensive"

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  • Das die Nutzfahrzeug Sparte vernachlässigt worden ist ,kann jeder der 1&1 zusammenzählen kann sehen.Kreavität und Ideen und den Mut neue Wege zu gehen fehlen.Agieren statt Reagieren sollte Gebot der Stunde sein.Auch in den anderen Sparten ,sind Potenziale ,die ungenutzt sind.Beispiele:Crafter,ein guter Transporter ,der aber leider auf manchen Märkten schlecht vermaktet wird.Man sollte sich Weltweit(Länderspezifisch) die Zulassungszahlen des Sprinters anschauen,mit den eigenen vergleichen,und man erkennt wo man Fehler macht.VW Busse:Dort ist es ähnlich und die Japanische Konkurenz beherscht sehr viele Märkte.Amorok:Die Märkte im ehemaligen einzugsbereich der ehemaligen Sowjetunion sowie Südostasien haben da noch viel Potential.Desweiteren ist die angegebene Zahl von 6 Millionen Leasing Rückläufern,die angeblich auf Halde stehen,eine Aussage die von Münchhausen stammen könnte.


  • VW fährt eine Rendite von 2%. VW wird es langfristig wie GM gehen.
    Derzeit stehen im Konzern 6 Millionen Leasing Rückläufer auf Halde!

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