Volkswagen-Zahlen
Rekorde reichen nicht

Der Autokonzern Volkswagen steht in diesem Jahr davor, erstmals acht Millionen Fahrzeuge zu verkaufen. Die Quartalszahlen glänzen. Doch die Börse will mehr. Kann VW-Chef Martin Winterkorn liefern?
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Düsseldorf/WolfsburgDas operative Ergebnis von VW in den Monaten April bis Juni machte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen großen Sprung von rund zwei Milliarden Euro auf 3,17 Milliarden Euro. Analysten hatten sogar eine Steigerung des operativen Gewinn um 62 Prozent auf 3,22 Milliarden Euro erwartet. Der Umsatz übertraf mit 40,3 Milliarden Euro wie von Experten prognostiziert die Marke von 40 Milliarden Euro. Das ist gut ein Fünftel mehr als vor Jahresfrist.

Der Überschuss vervielfachte sich von 1,35 Milliarden Euro auf 4,78 Milliarden Euro. Aufpoliert wurde der Überschuss vom besseren Ergebnis der Gemeinschaftsunternehmen mit chinesischen Autobauern. Auch Optionen auf die Beteiligung am Stuttgarter Partner Porsche, den sich VW zügig ganz einverleiben will, machten sich positiv in der Gewinnabrechnung bemerkbar. VW zufolge hat die Neubewertung der Put/Call-Optionen rund 2,5 Milliarden Euro im abgelaufenen Quartal ausgemacht.

Für das Gesamtjahr erwartet Volkswagen, dass die weltweite Autonachfrage weiter anzieht. „Die anhaltend hohe Nachfrage in strategisch wichtigen Märkten gibt uns Rückenwind und unsere zahlreichen neuen Modelle sorgen für zusätzlichen Schub“, sagte Vorstandschef Martin Winterkorn. VW hat deshalb am Donnerstag die Prognose erhöht. Bisher hatte der Autobauer für das Gesamtjahr Verbesserungen bei Absatz, Umsatz und Ergebnis angekündigt. Jetzt ist von einer deutlichen Steigerung beim operativen Ergebnis und beim Umsatz die Rede.

Der Konzern erwartet wegen Zins- und Wechselkurseffekten sowie wegen der hohen Rohstoffpreise aber eine etwas schwächere Entwicklung im zweiten Halbjahr. Winterkorn warnte vor Wolken am Konjunkturhimmel: Die angespannte Schuldensituation einiger Euro-Staaten und das Ende der Förderprogramme werden die Nachfrage laut ihm belasten. Die Märkte in China und Indien werden ihre positive Entwicklung nach VW-Einschätzung dagegen fortsetzen, und auch in Amerika geht der Konzern von einem Wachstum der Neuzulassungen aus. „Volkswagen ist robust genug, um auf der Überholspur bleiben zu können“, sagte Winterkorn.

Dennoch war es wohl die Einschränkung, die Anleger enttäuschte: Die im Dax notierte Vorzugsaktie rutschte nach Veröffentlichung der Zahlen tief ins Minus und verlor zeitweise mehr als sechs Prozent. Damit waren VW der größte Verlierer im deutschen Leitindex.

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  • VW bekommt keine Siegerprämie für den Titel größer Autobauer der Welt. Der Konzern sollte andere Ziele definieren. Dazu zählen nachhaltiger Unternehemnsgewinn, langfristige Modellpolitik und Vorsorge für den kommenden globalen Wirtschaftscrash. In diesem Sinne war das Investment in den USA suboptimal. Hoffentlich frönt das Management nicht weiter dem Größenwahnsinn.

  • Ich glaube das ist genau die Mentalität,die uns von Krise zu Krise hetzt.
    Man sollte vielleicht mal über eine Alternative zu AGs nachdenken.Und um Gottes Willen keine Unternehmen wie die Bahn in Aktiengesellschaften umwandeln.
    Die "Heuschrecken"sind letzendlich alle Aktionäre.

  • Die Gier nach Reichtum und Macht wird das Zertören was einst war und danach sich selbst, wie Kolumbus und seine Gier nach Gold auf Kosten vieler Menschenleben.

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