Volkswagens Aufsichtsratschef fordert starke Führung
Piech verkündet Frieden zwischen VW und Porsche

Volkswagens Aufsichtsratschef äußert sich nicht oft in der Öffentlichkeit. Aber wenn, dann hat sein Wort Gewicht: Piech hat nichts dagegen, wenn Porsche seinen Anteil bei VW auf über 50 Prozent ausbaut. Aber er will ein "starkes Führungsmodell" anstatt einer "kalten Holding". Das könnte bedeuten: Mehr Macht für VW in der Porsche-Holding.

HB DÜSSELDORF. Der Volkswagen-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech erwartet trotz der Reibereien mit Porsche einen erfolgreichen Abschluss der VW-Übernahme durch den Sportwagenhersteller. "Ein Zusammengehen von Volkswagen und Porsche ist richtig. Für beide Unternehmen und die Automobilindustrie in Deutschland", sagte Piech der "Bild"-Zeitung.

"Wir alle wollen dieses Vorhaben erfolgreich abschließen." Auf den Vorhalt, dass es danach im Moment aber nicht aussehe, sagte Piech: "Täuschen Sie sich nicht. Eine Aufgabe dieser Größenordnung wird nicht von heute auf morgen erledigt. Das muss sich entwickeln. Dabei werden auch Fehler gemacht. Auf allen Seiten." Entscheidend sei, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.

Alle Mitglieder der Familien Piech und Porsche würden hier an einem Strang ziehen. Vor wenigen Wochen hatte Piech den Porsche-Clan gegen sich aufgebracht: Während einer Tagung des VW-Aufsichtsrates enthielt er sich bei einer Abstimmung überraschend der Stimme und sorgte so dafür, dass der Antrag Porsches auf Zusammenarbeit mit Audi abgelehnt wurde. Danach sagte unter anderem sein Cousin Wolfgang Porsche, der Aufsichtsratsvorsitzende von Porsche, er sei "entsetzt" über Piechs Verhalten. Laut Piech sei dieser Konflikt nun beigelegt.

Auf die Frage, ob Porsche VW beherrschen werde, sagte Piech: "Dagegen ist überhaupt nichts einzuwenden." Wichtig sei aber nicht nur die Frage der Beherrschung, sondern ein klares, starkes Führungsmodell für den zukünftigen Konzern, "Wir wollen ja keine austauschbare, kalte Finanzholding." Diese Formulierung könnte man so interpretieren, dass Piech eine ausgewogenere Machtstruktur in der Porsche-Holding wünscht. Das könnte bedeuten, dass ein VW-Vertreter, sprich Volkswagen-Chef Martin Winterkorn, ähnliche Machtbefügnisse bekäme wie Wendelin Wiedeking.

Auch sei er sich sicher, dass sich der Auseinandersetzung zwischen den Betriebsräten der beiden Firmen lösen lasse. "Ich halte eine Besetzung des Aufsichtsrates mit jeweils drei Mitgliedern der Porsche - und Volkswagen-Arbeitnehmer für durchaus vernünftig."

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