Volkswagens Lkw-Tochter
MAN-Gewinn halbiert sich, Prognose gekappt

Bei der Volkswagen-Tochter läuft es schlechter: Nicht nur in Europa, sondern auch in Südamerika verkauft MAN weniger Lastwagen. Für 4000 Mitarbeiter bedeutet das bis Ende des Jahres Kurzarbeit.
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MünchenNach einem Gewinneinbruch wegen schlechter Geschäfte in Europa und Südamerika fährt der Lastwagen- und Maschinenbauer MAN seine Prognose ein weiteres Stück zurück. Von Juli bis September brach das operative Ergebnis um fast die Hälfte auf 82 Millionen Euro ein. „Insgesamt sind die Zahlen sicher nicht erfreulich“, räumte Vorstandssprecher Georg Pachta-Reyhofen am Dienstag ein.

Der Großteil des Gewinns der Volkswagen -Tochter stammte aus dem Geschäft mit großen Dieselmotoren, etwa für Schiffe, oder Turbomaschinen - und nicht aus dem Verkauf von Lkw und Bussen. MAN schlug deutlich weniger Nutzfahrzeuge los, weil im wichtigsten Absatzmarkt Europa, aber auch in der einstigen Boom-Region Südamerika Dauerkrise herrscht.

Für 2014 kappte Pachta-Reyhofen, wie bereits im September angedeutet, die Gewinnprognose. Sollte das operative Ergebnis ursprünglich deutlich über den 309 Millionen Euro des Vorjahres liegen, erwartet der MAN-Chef jetzt nur noch einen Wert leicht darüber. Die operative Rendite soll ebenfalls nur noch leicht über den 3,0 Prozent von 2013 liegen; hier hatte MAN noch im Frühjahr einen Wert knapp unter dem langfristig angepeilten Minimum von 6,5 Prozent in Aussicht gestellt, sich aber im Jahresverlauf Schritt für Schritt davon verabschiedet. Die Umsatzprognose für 2014 nahm der Konzern schließlich im Sommer zurück und rechnet seither mit Erlösen spürbar unter den 15,7 Milliarden Euro von 2013.

Der Umsatz fiel von Januar bis Ende September um zehn Prozent auf 10,2 Milliarden Euro. MAN macht rund drei Viertel seiner Gesamterlöse mit dem Verkauf von Lastwagen. In Europa setzte dem Hersteller die konjunkturelle Eintrübung weiter zu. Zudem lastet die Ukraine-Krise auf dem Geschäft im wichtigen Absatzmarkt Russland. Auch spüre MAN weiterhin die Auswirkungen der Umstellung auf die schärfere Abgasnorm Euro 6. 2013 hatten viele Spediteure und Firmen noch schnell neue Laster gekauft, ehe sich diese Anfang 2014 verteuerten. Auf die Sonderkonjunktur folgte somit eine Bestellflaute.

In Brasilien, wo MAN Marktführer ist, lahmte das Geschäft wegen der anhaltend schwächelnden Wirtschaft. Außerdem bremste die Abwertung des Real. Allein im dritten Quartal brach der Auftragseingang bei Nutzfahrzeugen um 25 Prozent ein. Auch in der Sparte Power Engineering gaben die Neubestellungen leicht nach. Das Geschäft mit Großmotoren und Turbomaschinen sorgte in den ersten neun Monaten hauptsächlich dafür, dass der MAN-Konzern einen Betriebsgewinn von 304 Millionen Euro erzielte.

Pachta-Reyhofen versicherte, MAN unternehme „alle Anstrengungen, um möglichst bald wieder zurück in die Erfolgsspur zu kommen“. Mitunter seien dies „schmerzhafte Einschnitte“. MAN hatte bereits angekündigt, neue Lieferanten an Bord zu holen und mit bestehenden neu über Preise zu verhandeln, um die Kosten zu senken. Außerdem wurde Kurzarbeit für Beschäftigte in Steyr und Salzgitter angesetzt. Die verlustreiche Produktion von Bussen in Deutschland wird geschlossen und von Sachsen in die Türkei verlegt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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