Volkswagens neue Problemzonen: Rückrufplan für den Passat wackelt

Volkswagens neue Problemzonen
Rückrufplan für den Passat wackelt

Volkswagen kann sich eine weitere Baustelle auf dem Zettel notieren: Mögliche höhere Kraftstoff-Verbrauchswerte gefährden den Rückrufplan für den Passat. Abseits des Tagesgeschäfts droht auch dem Aufsichtsrat Ärger.

Wolfsburg/BerlinEin halbes Jahr nach dem Bekanntwerden der Diesel-Manipulationen reißen die schlechten Nachrichten für Europas größten Autobauer Volkswagen nicht ab. In Deutschland gefährden mögliche höhere Kraftstoff-Verbrauchswerte den Rückrufplan für den Passat, europaweit fielen im Februar die Marktanteile - und auch der Großaktionär Katar soll den Druck auf den Aufsichtsrat erhöhen.

Einzig aus Bochum kam eine gute Neuigkeit: Im bundesweit ersten Prozess wegen des Abgas-Skandals wies das dortige Landgericht am Mittwoch die Klage eines VW-Kunden erwartungsgemäß zurück.

Nach dem erfolgreich angelaufenen Rückruf des Pick-up Amarok vor einigen Wochen ist der Rückrufplan für das erste Volumen-Modell Passat möglicherweise wegen höherer Spritverbräuche in Gefahr. „Es steht Spitz auf Knopf“, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch auf Nachfrage aus Konzernkreisen. Demnach verweigert das zuständige Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) noch das grüne Licht, weil nicht zweifelsfrei nachgewiesen sei, dass der Kraftstoff-Verbrauch nicht steige. Es liefen derzeit aber noch weitere Messungen.

„Die Freigaben erfolgen dann, wenn nachgewiesen wurde, dass die Fahrzeuge hinsichtlich aller Belange dem genehmigten Typ entsprechen“, sagte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums in Berlin. Die Freigaben für alle weitere betroffene Modelle seien beim KBA in der Prüfung.

Selbst ein minimal höherer Verbrauchswert wäre nicht zulässig, weil bei den Nachrüstungen eine „Null-Toleranz-Linie“ gilt. Die Eigenschaften des Fahrzeugs sollen sich mit dem nötigen Update der Motorsoftware nicht ändern. Sollte der Passat nach der Umrüstung einen höheren Verbrauch haben, müsste Volkswagen die bisher geplante Nachrüstungs-Aktion bei dem Modell noch einmal überarbeiten.

Ein VW-Sprecher in Wolfsburg sagte, wann der Rückruf starten könne, sei derzeit offen. Zunächst hatte es geheißen, die Aktion könne in der achten Kalenderwoche beginnen - sie war dann zunächst ohne Nennung von Gründen auf Mitte März verschoben worden.

In den USA sind die Vorzeichen für einen Rückruf der etwa 580.000 vom Abgas-Skandal betroffenen Diesel noch schlechter. Die Verhandlungen mit den Regulierern schleppen sich dahin, seitdem die Manipulationen am 18. September 2015 öffentlich wurden. Die bisherigen Vorschläge zur Beseitigung der Betrugs-Software wiesen die Umweltbehörden EPA und Carb im Januar als unzureichend zurück.

Auch hier waren ungeklärte Auswirkungen auf Spritverbrauch, Motorleistung und Fahrsicherheit die Ursache. Der Zeitdruck ist aber hoch: Am 24. März läuft ein Ultimatum aus, dann fordert der US-Richter Charles Breyer Klarheit über eine Einigung mit der EPA.

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Auch dem Aufsichtsrat droht Ärger

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