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Eurocopter erwartet starkes Jahr

Der Hubschrauber-Hersteller Eurocopter ist weiter auf dem Weg nach oben. Mit rund 700 Bestellungen war das vergangene Jahr für die EADS-Tochter erneut erstaunlich erfolgreich. Probleme hat der Marktführer nur im Militärgeschäft. Das Hoffnungsprojekt NH 90 ist der Industrie zu komplex. Nun soll ein neues Modell auch diesen Sektor krisensicher machen.

MÜNCHEN. Die EADS-Tochter Eurocopter geht davon aus, die Finanzkrise ohne größere Turbulenzen zu überstehen. „Wir haben einen Auftragsbestand von 14,5 Mrd. Euro, was über 1 500 Hubschraubern entspricht“, sagte Eurocopter-Chef Lutz Bertling im Gespräch mit dem Handelsblatt. Das gebe dem Unternehmen Sicherheit für drei Jahre. Auch für 2008 bleibt Bertling zuversichtlich: „Ich gehe bis zum Jahresende von 650 bis 700 Bestellungen aus, also erneut ein sehr starkes Jahr“, sagte er. Da Eurocopter in diesem Jahr rund 550 Maschinen ausliefern wird, steigt das Auftragspolster erneut.

Die Hubschraubersparte der EADS stabilisiert den Luft- und Raumfahrtkonzern bereits seit Jahren. Schon 1992, also acht Jahre vor der EADS-Gründung, fusionierten die deutschen Anbieter MBB und die französische Aerospatiale zu Eurocopter, seitdem hat das Unternehmen seine Position kontinuierlich ausgebaut. Die Europäer halten 50 Prozent des zivilen Hubschraubermarktes und ein Viertel des Geschäftes mit Militär-Maschinen. Damit sind die Europäer Marktführer vor den US-Konkurrenten Bell, Sikorsky, Boeing und dem italienisch-britischen Anbieter Agusta-Westland.

Dennoch zeichnen sich auch bei Eurocopter erste dunkle Wolken ab. „2008 haben wir bis heute 30 bis 35 Stornierungen, das ist nicht außergewöhnlich viel“, sagte Bertling. 2009 sei schwer vorherzusagen, werde aber eher etwas höher liegen. Eurocopter hofft auf gegenläufige Effekte: Einerseits geht ein Viertel des Absatzes in die USA, dort bricht der Markt rapide ein. Auf der anderen Seite haben Ölgesellschaften und Rohstofflieferanten die Gewinne der letzten Jahre in die Erschließung neuer Lagerstätten investiert; Ölplattformen oder entlegene Minen lassen sich aber nur per Hubschrauber erreichen. „2009 gehe ich von weniger Neubestellungen als in den sehr starken vergangenen drei Jahren aus, glaube aber dass wir immer noch über dem langjährigen Durchschnitt liegen werden“, sagte Bertling. 400 Neubestellungen seien möglich.

Eurocopter beschäftigt derzeit 14 000 Mitarbeiter, 4 300 davon arbeiten in Donauwörth. Im vergangenen Jahr erzielte die Sparte einen Umsatz von 4,17 Mrd. Euro, Bertling geht in diesem Jahr von einem Zuwachs von fünf bis zehn Prozent aus. Die Umsatzrendite soll von 4,3 auf 5,8 Prozent zulegen. Denn trotz der Marktführerschaft sind die Konkurrenten Bell mit einer Umsatzrendite von 8,9 und Sikorsky mit 7,5 Prozent deutlich rentabler als die EADS-Tochter.

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