Volle Auftragsbücher sollen Turnaround bringen
Küchenhersteller Alno sieht Trendwende

Der Küchenhersteller Alno setzt sich vom schwachen Branchentrend in Deutschland ab: Während der Gesamtumsatz der Industrie leicht rückläufig ist, freut sich Alno-Chef Frank Gebert über volle Auftragsbücher.

ire DÜSSELDORF. „Die Auftragseingänge der Marke Alno liegen derzeit 40 Prozent über dem Vorjahreswert“, sagte er dem Handelsblatt. Auch die konzerneigenen Marken „Pino“ und „Wellmann“ lägen bei den Auftragseingängen deutlich im Plus.

Damit steigen die Chancen für den Pfullendorfer Möbelhersteller, schon nach Abschluss dieses Geschäftsjahres aus der Verlustzone zu kommen. Vor zwei Jahren stand die Alno AG noch kurz vor der Pleite. Allein 2002 betrug der Verlust 10 Mill. Euro bei einem Jahresumsatz von rund 400 Mill. Euro.

Der heute 51-jährige Vorstandschef Gebert war seinerzeit mit einem klaren Auftrag der Banken an die Spitze des lange Jahre defizitären Möbelherstellers geholt worden: Der Krisen-Manager, der zuvor den angeschlagenen Baustoffhersteller Raab Karcher wieder auf das richtige Gleis gestellt hatte, sollte innerhalb kurzer Zeit einen tragfähigen Sanierungsplan erarbeiten. Offenbar früher als geplant kann Gebert erste Früchte seiner Anstrengungen ernten.

Nach einer 50prozentigen Kapitalerhöhung im vergangenen Jahr übernahm die Alno AG vom US-Elektrogerätehersteller Whirlpool den westfälischen Küchenmöbelhersteller Casawell. Im Gegenzug erhielt Whirlpool rund 13 Prozent der Anteile am Alno-Konzern in Form von neuen Aktien. Darüber hinaus schlossen der US-Hersteller und Alno einen Belieferungsvertrag mit konkreten Absatzzielen über Elektrogeräte der Whirl- pool-Marke Bauknecht.

Erste Restrukturierungserfolge bei Alno zeigten sich bereits in der Konzernbilanz für 2003: Der Jahresfehlbetrag verminderte sich auf rund sechs Mill. Euro. Inklusive des Casawell-Umsatzes soll Alno das laufende Jahr mit einem Umsatz von mehr als 600 Mill. Euro abschließen. Die Chancen für schwarze Zahlen beim Ergebnis stehen nach Ansicht von Gebert wegen der bisherigen Entwicklung „nicht schlecht“.

Zu Geberts voller Zufriedenheit fehlt allein noch der erfolgreiche Abschluss der Suche nach einem strategischen Investor. Mit einer Eigenkapitalquote von 7,5 Prozent präsentiere sich der Möbelhersteller „ziemlich ausgezehrt“, sagt Gebert. Frisches Kapital soll auch zur Finanzierung von Joint-Ventures dienen, mit denen Gebert erste Schritte auf dem wachstumsträchtigen chinesischen Markt unternehmen will. Doch müsse der Investor auch zu Alno passen, sagt Gebert. „Auf Teufel komm ’raus“, wolle man die Verhandlungen mit potenziellen Kandidaten nicht zum Abschluss führen.

Insgesamt ging nach Angaben des Verbandes der deutschen Möbelindustrie der Umsatz mit Küchenmöbeln im ersten Quartal 2004 um 0,6 Prozent zurück. Rund 6 Mrd. Euro von 20 Mrd. Euro Gesamtumsatz jährlich erwirtschaftet die Branche mit Küchenmöbeln.

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