Volle Bücher – rote Zahlen
Das Airbus-Paradoxon

Pannen in der Produktion, Querelen in der Muttergesellschaft EADS und zuletzt eine Brandrede vor Airbus-Beschäftigten in Hamburg: Die Probleme des Flugzeugherstellers drohen die EADS in die roten Zahlen zu reißen. Die reagiert mit Härte: Nach der Rosskur „Power8“ droht die nächste Sparrunde. Aber warum hat Airbus trotz voller Auftragsbücher solche Probleme?

MÜNCHEN. Vor allem der schwache Dollar macht dem Flugzeughersteller immer mehr zu schaffen. Die Gewerkschaften laufen Sturm und verweisen auf die gute Auftragslage.

Dabei sind die Bücher von Airbus doch voll.

Airbus steuert bei den Verkäufen in der Tat auf ein neues Rekordjahr zu. Seit Jahresbeginn stehen 1158 Neubestellungen in den Büchern, damit ist die Bestmarke von 2005 bereits geknackt. Dem werden rund 440 Auslieferungen gegenüberstehen. Auch Konkurrent Boeing wird in diesem Jahr mehr als doppelt so viele Flugzeuge verkaufen wie bauen. Die Branche spricht von einem "historischen Boom“.

Warum trifft der Dollarverfall Airbus so hart?

Flugzeuge werden traditionell in Dollar abgerechnet, auch wenn der Kunde in Europa sitzt. So bezahlt beispielsweise auch die Lufthansa ihre Airbusse in Dollar. Airbus hat keine Fertigung im Dollarraum und kann somit kaum Wertschöpfung verlagern. Umgekehrt kann der Airbus -Hauptkonkurrent Boeing seine Flugzeuge deutlich billiger anbieten. In den vergangenen Jahren hat Airbus so dreißig Prozent an Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Boeing verloren.

Hat Airbus seine Geschäfte nicht abgesichert?

Airbus sichert bei jeder Flugzeugbestellung die entsprechende Dollarsumme ab. So sind die Geschäfte für die Flugzeuge gesichert, die bis Mitte 2009 ausgeliefert werden. Doch das Airbus -Auftragsbuch reicht weit bis in das nächste Jahrzehnt. Kurssicherungen für diese Geschäfte müssen auf dem derzeitigen Niveau von knapp 1,50 Dollar je Euro abgeschlossen werden.

"Power8“ sollte Airbus doch schon für einen schwachen Dollar wetterfest machen.

Das im Februar begonnene Sanierungspaket "Power 8“ legt einen Dollarkurs von 1,35 zu Grunde, zuvor hatte Airbus einen Kurs von 1,15 angelegt. Das Programm soll die jährlichen Kosten von Airbus bis zum Jahr 2010 um 2,1 Milliarden Euro drücken. Für jeden Cent, den der Dollar über 1,35 steigt, muss Airbus weitere 100 Millionen Euro einsparen. Eine zusätzliche Milliarde ist im Gespräch.

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