Der schwedische LKW-, Baumaschinen- und Motorenhersteller Volvo befürchtet, dass im kommenden Jahr schwere LKW’s auf dem wichtigen nordamerikanischen Markt einen Absatzeinbruch erleiden werden. Wie die meisten Konkurrenten rechnet Volvo dort mit negativen Folgen der neuen Emissionsvorschriften, die ab Anfang 2007 in Kraft treten werden.
STOCKHOLM. Viele Kunden würden noch in diesem Jahr preisgünstigere, ältere Modelle ordern, sagte Volvo-Chef Leif Johansson. Diese „Hamsterkäufe“ haben in diesem Jahr die Auftragsbücher aller großer LKW-Produzenten prall gefüllt. Vor allem die Kunden in den USA hätten später geplante LKW-Käufe vorgezogen, um auf diese Weise noch Geld sparen zu können. Denn den LKW-Herstellern ist es laut Analysten geglückt, die Mehrkosten für die Entwicklung der neuen, schadstoffärmeren Motoren an die Kunden weiter zu geben.
Hatten Experten zunächst von einem dramatischen Einbruch des LKW-Marktes im kommenden Jahr gesprochen, dämpften mehrere Konzerne in den vergangenen Wochen aber die Sorge vor einer zu harten Landung. Sowohl Daimler-Chrysler als auch MAN räumten zuletzt zwar ein, dass die Nachfrage 2007 etwas schwächer sein werde als in diesem Jahr, doch widersprachen sie den düsteren Prognosen eines dramatischen Absturzes. Auch der deutsche Branchenverband VDA zeigt sich zuversichtlich, dass die „LKW-Konjunktur bei geringerer Drehzahl hochtourig bleibt“, so ein Verbandssprecher.
Der weltweit nach Daimler Chrysler zweitgrößte LKW-Hersteller Volvo sieht aber zumindest in den ersten sechs Monaten des kommenden Jahres einen massiven Nachfrage-Rückgang in den USA. Johansson sagte, dass die Produktionskapazitäten in Nordamerika „im schlimmsten Fall“ um bis zu 40 Prozent gedrosselt werden müssten. Erst im zweiten Halbjahr 2007 werde sich die Nachfrage wieder erholen, sollte es keinen generellen Konjunktur-Einbruch in Nordamerika geben. Analysten in Stockholm bewerteten den eventuellen Nachfragerückgang in den USA um bis zu 40 Prozent als „zu pessimistisch“. In Europa, wo die strengeren Emissionsregeln bereits in diesem Monat in Kraft treten, war der Vorzieheffekt indes schwächer.
Für Europa rechnet Johansson 2007 deshalb mit einer ähnlichen Nachfrage wie in diesem Jahr. Möglicherweise könnten bessere Konjunkturaussichten in Europa sogar zu einer etwas stärkeren Nachfrage nach LKW als in diesem Jahr führen, sagte der Volvo-Chef.
Dass die fetten Jahren für die LKW-Hersteller aber zu Ende sind, zeigen auch die Quartalszahlen von Volvo. Der Vorsteuergewinn des schwedischen Konzerns fiel gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 4,0 Mrd. Kronen auf 3,1 Mrd. Kronen (336,8 Mill. Euro), lag damit aber über den Erwartungen der meisten Analysten, die von knapp drei Mrd. Kronen ausgegangen waren. Der Umsatz stieg dagegen um knapp zehn Prozent auf 57,4 Mrd. Kronen (6,2 Mrd. Euro). Die Volvo-Aktie zog an der Börse in Stockholm leicht an.
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