Vom Kampf- zum Passagierflugzeug
Russland und Ukraine im Landeanflug auf den Weltmarkt

Früher lieferten sie noch Waffen für die Sowjets, heute versuchen die beiden Flugzeughersteller Sukhoi und Antonow mit den Feinden von früher ins Geschäft zu kommen. Und die Ziele sind hoch gesteckt: Der "Superjet 100" soll gleich mal einen ganzen Markt aufrollen.

HB BERLIN. Früher hießen die Flugzeuge des russischen Herstellers Sukhoi "Fitter", "Frogfoot" oder "Flanker". Allesamt Abkürzungen der Nato aus einer Zeit, als sich Ost und West scheinbar unversöhnlich gegenüberstanden - und Sukhois Kampfflugzeuge am Himmel patrouillierten oder in Afghanistan zum Einsatz kamen. Vergangenheit.

Heute arbeitet Sukhoi zwar auch noch für das russische Militär, doch die neueste Entwicklung, der "Superjet 100", ist ein Passagierflugzeug - nicht nur für den heimischen Markt, sondern auch für die Feinde von einst gedacht. Gleiches gilt für den ebenfalls aus Russland stammenden Flugzeugbauer Antonow, der mit seinem neuen Transportflugzeug An-70 am liebsten dem europäischen Militärtransporter A400M Konkurrenz machen will. Die Zeiten haben sich offenbar tatsächlich geändert.

Sukhoi will mit seinem neuen "Superjet 100" den internationalen Markt für Regionalflugzeuge aufrollen. Derzeit lägen 73 feste Bestellungen für das Flugzeug vor, sagte am Mittwoch der Chef von Sukhoi-Zivilflugzeuge, Viktor Subbotin, bei der Luftfahrtmesse ILA in Berlin. Er gehe aber davon aus, dass die Orderliste Ende des Jahres erheblich länger sein werde.

Sein Unternehmen sehe bis 2024 ein erreichbares Verkaufsvolumen von 800 Flugzeugen, vielleicht auch in Richtung 1000. Die ersten Auslieferungen seien unmittelbar nach dem Erhalt der Zertifizierungen geplant, die für das erste Halbjahr 2009 erwartet werden. Die Maschine im Segment der Verkehrsflugzeuge für rund 100 Passagiere wird zunächst in zwei Versionen angeboten - für 78 und für 98 Passagiere.

Für die Entwicklung des Jets wurden auch Staatsgelder gezahlt. "Wir hatte etwas Finanzierungshilfe von der Regierung", sagte Subbotin. Der "Superjet 100" sei schließlich Teil des Regierungsprogramms zur Entwicklung der Luftfahrtindustrie im Lande. Die bisherige Prognose, bis 2024 rund 800 Maschinen dieses Modells am Markt zu verkaufen, teile sich auf in 300 Maschinen für den russischen und 500 für den internationalen Markt.

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