Von Anlagenbauern über Kaufhäuser bis zu Reisebüros: Die 40-Stunden-Woche kehrt zurück
Deutsche Unternehmen setzen Mehrarbeit durch

Der Trend zurück zu längeren Arbeitszeiten in Deutschland erfasst immer mehr Branchen. Kaum ein Tag vergeht, an dem sich nicht weitere Unternehmen den Forderungen nach Mehrarbeit anschließen.

cs/ebe/gil/wb DÜSSELDORF. Nach den hitzigen Diskussionen in den Großkonzernen Siemens und Daimler Chrysler hat gestern auch KarstadtQuelle Verhandlungen zur Arbeitszeitverlängerung in seinen Warenhäusern auf 40 bis 42 Stunden pro Woche bestätigt. Helmut Merkel, Vorstandschef der Karstadt Warenhaus AG, sieht darin einen Weg, die Zahl der angekündigten Stellenstreichungen zu reduzieren.

Hintergrund sind die anhaltenden Probleme in vielen Sparte von Karstadt Quelle. Die Flaute in der Reisebranche verschärft die missliche Lage des Konzerns: Dessen 50- Prozent-Beteiligung Thomas Cook ist durch eine europaweite Expansion und hohe Verluste im Ferienfluggeschäft (Condor) in gefährliche Schieflage geraten. Die Belegschaft des Reisekonzerns wird deshalb künftig wieder 40 Stunden pro Woche arbeiten. Darüber und über die zeitliche Verschiebung von Tariferhöhungen soll sie heute informiert werden, berichteten Verhandlungsteilnehmer.

Thomas Cook (u.a. Neckermann) wies im Geschäftsjahr 2002/03 einen Verlust von 251 Mill. Euro aus. Jetzt sollen die Personalkosten deutlich sinken – über Mehrarbeit von 1,5 Stunden pro Woche, aber auch über Gehaltseinbußen. Man habe sich auf je fünf unbezahlte Urlaubstage in diesem und im nächsten Geschäftsjahr geeinigt, aber tiefer gehende Einschnitte vermieden, hieß es aus Gewerkschaftskreisen. Der neue Vorstand von Cook hat sich eine 25-prozentige Senkung der Personalkosten zum Ziel gesetzt.

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