Vor allem in der Automobilbranche kommen immer mehr Teile aus dem Ausland
"Made in Germany" ist nur noch Fassade

Das deutsche Gütesiegel "Made in Germany" wird immer mehr zu einem Etikettenschwindel: Vor allem multinationale Großkonzerne nutzen heute ein weltweites Netz an Produktionsstätten, um einzelne Bausteine ihrer Exportschlager kostengünstig zu fertigen. In Deutschland selbst werden die importierten Einzelteile dann nur noch zusammengesetzt.

HB DÜSSELDORF. Damit gerät die Diskussion um die Einführung eines europäischen Gütesiegels zu einer Scheindebatte. Auch wenn sich EU-Handelskommissar Pascal Lamy für den Erhalt von "Made in Germany" ausgesprochen hat – der Wert des deutschen Qualitätssymbols bleibt strittig.

Zum Beispiel lässt die Automobilbranche weitgehend im Ausland fertigen. Mehr als 74 % der Wertschöpfung stammt in diesem Sektor aus importierten Leistungen, hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln herausgefunden. Die heimische Wertarbeit verliere dadurch immer mehr an Bedeutung.

Weniger als 50 % aller Zulieferer von Volkswagen stammten im Jahr 2002 aus Deutschland. Der Motor für den neuen VW-Golf wird beispielsweise nicht allein in Salzgitter gebaut, sondern auch in Tschechien, Ungarn und Polen. Die VW-Konzernleitung, legt bei ihren internationalen Ausschreibungen mehr Wert auf Qualität als auf Standort: "Wer unseren Standard einhalten kann, bekommt den Zuschlag – ob in Bayern oder in den USA", erklärt ein Konzernsprecher. Wichtiger als die Fertigungsstätte sei ohnehin die Marke: "Wir verkaufen ,Made by Volkswagen‘ als Wert", sagt der Sprecher. Die lange Tradition hervorragender Technik "Made in Germany" verschwindet so hinter dem Firmenlabel.

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