Vor Bilanz
Siemens-Führung erwartet schwieriges Quartal

Nachdem bekannt wurde, dass Siemens 4000 Jobs streicht und ganze Werke aufgibt, schraubt die Führung die Erwartungen an die Quartalszahlen herunter. Das schwache Industriegeschäft werde seine Spuren hinterlassen.
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Beim Münchner Siemens-Konzern mehren sich die Anzeichen für schwächere Geschäfte. „Die Herausforderungen bei der Bahntechnik und der Windanbindung werden ihre Spuren in den Zahlen für das zweite Quartal hinterlassen, die wir am 2. Mai vorstellen“, sagte Finanzchef Joe Kaeser der „Rheinischen Post“.

Der Zeitraum Januar bis März - bei Siemens das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2012/13 - sei auch deshalb ertragsschwach gewesen, weil die Nachfrage im kurzzyklischen Industriegeschäft in den USA und Deutschland abebbe und nicht durch eine erhoffte Erholung in China ausgeglichen werden könne.

„Der beabsichtigte Verkauf unseres Solargeschäftes ist angesichts des problematischen Marktumfeldes nicht einfach und muss hinsichtlich seiner bilanziellen Behandlung überprüft werden.“

Es gebe aber auch erfreuliche Entwicklungen, ergänzte Kaeser: So sei davon auszugehen, dass dank mehrerer Großaufträge der Bestelleingang deutlich über dem Vorquartal und auch den entsprechenden drei Monaten des Vorjahres liegen werde.

Firmenchef Peter Löscher hatte diese Woche bereits in einem Interview eingeräumt, dass dem Dax-Konzern die Konjunkturflaute in vielen Ländern zu schaffen macht. „Viele Experten erwarten einen Aufschwung im zweiten Halbjahr. Davon spüren wir noch nichts“, hatte er dem Handelsblatt gesagt.

Kaeser ergänzte nun, der Gewinn pro Aktie werde im Jahr 2013 mindestens die Höhe des Vorjahres erreichen. Im operativen Geschäft werde es jedoch enger. Der Technologiekonzern hat den Investoren im fortgeführten Geschäft einen Gewinn von 4,5 bis fünf Milliarden Euro im laufenden Geschäftsjahr in Aussicht gestellt.

Kommentare zu " Vor Bilanz: Siemens-Führung erwartet schwieriges Quartal"

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  • Nö .... das Gegenteil ist der Fall. SIEMENS nahm kleinere dezentrale Lösungen nicht ernst und blieb mit Krämpfen im "alten Geschäft". SIEMENS lebt eine Welt von vor 30 Jahren. Leider leben wir aber nicht auf geschützten Inseln der Glückseligkeit. BOSCH machte es hier übrigens besser. Hier investierte man früh auch in kleinere Einheiten. SIEMENS nicht. Für SIEMENS war es wohl "Kinderkram".

  • Das ist doch ausgesprochener Blödsinn. Das AKW-Geschäft war bei Siemens nie so bedeutend für Umsatz und Gewinn, daß das der Hauptgrund für die aktuelle Schwindsucht der Rendite sein kann. Das hat andere Gründe.

    Im Gegensatz zum sehr schlecht geführten Konzern Bosch hat man bei Siemens aber das Thema Portfoliomanagement konsequent und richtig angegangen. Das alleine verdient Respekt, Hr. Kaeser.

  • AKW Bau ist heute nur noch ein Zuschussgeschäft. Der Französische Subventioniert das ganze, indem Jahr für Jahr die Verluste von AREVA von der Staatskasse ausgeglichen werden. Die USA haben das zivile AKW Geschäft weitgehend nach Japan verkauft. In Russland, Süd-Korea und Japan ist der glaube an die Kernkraft Staatsdoktrin. Ob das wirtschaftlich ist, oder nicht, wird da nicht hinterfragt.

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