Vor der Hauptversammlung
Kleinanleger machen Front gegen Schrempp

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (SdK) will dem Daimler-Vorstand die Entlastung verweigern.

hz FRANKFURT/M. Knapp fünf Wochen vor der Hauptversammlung des Unternehmens machen Kleinanleger gegen Daimler-Chrysler-Vorstandschef Jürgen Schrempp und seine Kollegen mobil. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (SdK) will auf dem Aktionärstreffen am 7. April in Berlin dem Vorstand und dem Aufsichtsrat des Autokonzerns die Entlastung verweigern. „Die Vision des Vorstandsgremiums von der Welt-AG ist gescheitert. Alle Ertragsprognosen sind über Jahre hinweg nicht erreicht worden. Dies spiegelt sich auch in der schlechten Performance des Aktienkurses wider“, begründete DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker den Schritt.

Hinzu komme das unwürdige „Toll-Collect-Theater“, das dem Unternehmen einen enormen Imageschaden zugefügt habe, sagte Hocker. Dem Aufsichtsrat warf er vor, den Vertrag mit Schrempp trotz des Scheiterns von dessen Strategie vorzeitig verlängern zu wollen. Zudem wolle sich der Aufsichtsrat variable, vom Aktienkurs abhängige Vergütungen genehmigen lassen, was der jüngsten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes widerspreche, kritisiert Hocker. Daimler-Chrysler widersprach jedoch dieser Darstellung. Der Konzern gehe davon aus, dass das geplante Modell, die Aufsichtsräte zum Teil variabel zu vergüten, der Rechtsprechung entspreche.

Die Kleinanleger sind allerdings nicht die ersten Aktionäre, die vor der Hauptversammlung ihre Kritik äußern. Auch führende deutsche Fondsgesellschaften stellten bereits die Strategie von Schrempp in Frage. Auf der Hauptversammlung erwägen verschiedene Fondsmanager, gegen den Kurs der Manager öffentlich aufzubegehren. „Die Fusion von Daimler mit Chrysler hat keinen Mehrwert für die Aktionäre geschaffen“, kritisierte Thomas Maier von der Union Investment.

Die Geduld vieler Aktionäre ist erschöpft. Sie erlebten einen Kursrutsch, wie ihn sonst nur New Economy Papiere hingelegt haben: Am „Day One“ der Fusion, dem 17. 11. 1998, stand die neue Aktie bei 141,50 DM (72,34 Euro). Die Euphorie trug sie sogar auf rund 90 Euro, bis nach der Verkündung der Halbjahreszahlen im Juli 1999 der Abstieg bis auf rund 23 Euro einsetzte. Heute pendelt der Kurs der Daimler-Aktie um 36 Euro.

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