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06.03.2007 

Seither werden derartige Entscheidung im Konzern sehr kritisch gesehen. Normalerweise werden wichtige und weitreichende Dinge so sorgfältig vorbereitet, dass die Arbeitnehmer sie irgendwie mittragen können. Das gelang diesmal offensichtlich nicht. Während Zetsches Vorgänger Jürgen Schrempp nach außen hart wirkte, aber intern immer den Konsens mit den Arbeitnehmern suchte, herrscht jetzt ein anderer Stil. Zetsche nimmt auf Befindlichkeiten der Gegenseite weniger Rücksicht – er geriert sich eher wie ein amerikanischer Manager.

Damit wird auf beiden Seiten jetzt mehr als nur mit den Muskeln gespielt. Klemm will den Eindruck erst gar nicht aufkommen lassen, dass er nur Erfüllungsgehilfe von Zetsche ist. Die Arbeitnehmer haben signalisiert, dass es Grenzen gibt, die sie nicht zu überschreiten bereit sind. Tausende Stellen bei Chrysler abzubauen und gleichzeitig Fahrzeuge in China zu kaufen, das können Klemm und noch weniger Gettlefinger ihren Gefolgsleuten vermitteln.

Die Überstunden in der Buchhaltung zu verweigern, war der erste Warnschuss für Zetsche. Jetzt folgte der zweite. Es knackt im Gebälk. Zetsche hat mit dem Abbau von über 15 000 Stellen bei Mercedes und in der Verwaltung tief geschnitten. Er ist mit vielen Vorschusslorbeeren angetreten, die bei den Beschäftigten wohl inzwischen verwelkt zu sein scheinen. Zwar läuft Mercedes wieder auf Touren, aber aus der Chrysler-Bredouille kommt er nicht mehr ohne Schrammen raus.

Süffisant ist Klemms Hinweis, dass die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat die Entscheidung über die Zukunft von Chrysler danach bewerten werden, was sie für die Sicherheit der Arbeitsplätze auf beiden Seiten des Atlantiks bedeuten wird. Wenn schon die Abstimmung über eine Kooperation von Chrysler zum höchsten Grad der Verstimmung zwischen Kapitalseite und Arbeitnehmerseite geführt hat, dürfte die Entscheidung über eine Trennung von Chrysler für Zetsche erst recht zur Zerreißprobe werden.

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