Vor Fusion der Baustoffkonzerne
Holcim schneidet besser ab als Lafarge

Während Fusionspartner Lafarge Geschäfte in Syrien und im Irak abschreiben muss, schreibt Baustoffkonzern Holcim erfreuliche Zahlen und steigert seinen Gewinn. Die Fusion soll noch im ersten Halbjahr umgesetzt werden.
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ZürichDer Schweizer Baustoffkonzern Holcim hat im vergangenen Jahr besser abgeschnitten als sein Fusionspartner Lafarge. Zwar ging der Umsatz wegen des starken Frankens leicht auf 19,2 Milliarden Franken zurück, der Gewinn verbesserte sich aber um 1,5 Prozent auf 1,62 Milliarden Franken (1,5 Milliarden Euro), wie Holcim am Montag mitteilte.

Lafarge musste dagegen Abschreibungen auf Geschäfte in Syrien und im Irak vornehmen und der Gewinn sackte auf 143 Millionen Euro ab. Die Ausschüttung an die Holcim-Aktionäre von 1,30 Franken je Titel fällt ebenfalls etwas höher aus als bei den Franzosen, die ihren Anteilseignern einen Euro pro Aktie zukommen lassen wollen.

Die Schweizer konnten vor allem in Nordamerika und den Schwellenländern punkten und mehr Zement verkaufen. Im Schlussquartal legte Holcim noch einmal zu. Der Gewinn für Oktober bis Dezember lag mit 458 Millionen Franken mehr als 40 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Im laufenden Jahre rechnet Holcim mit einem steigenden Absatz in allem Regionen mit Ausnahme von Europa. Neben den USA dürften Länder wie Indien, Mexiko und Großbritannien zu Haupttreibern des Wachstums werden.

Ohne Berücksichtigung der geplanten Fusion und bereinigt um Sonderfaktoren erwartet das Unternehmen einen Betriebsgewinn zwischen 2,7 Milliarden und 2,9 Milliarden Franken nach rund 2,5 Milliarden Franken im Vorjahr. „Höhere Preise und anhaltende Kostensenkungen dürften die Kosteninflation ausgleichen und damit zu einer weiteren Steigerung der operativen Marge führen“, erklärte Holcim.

Die geplante Fusion von Holcim und Lafarge sei auf gutem Weg, erklärte Holcim wie schon Lafarge in der vergangenen Woche. Der Zusammenschluss soll im ersten Halbjahr umgesetzt werden. Die Holcim-Aktionäre sollen dann eine Lafarge-Aktie für jeden Holcim-Titel erhalten.

Alles in allem habe Holcim die Erwartungen des Marktes erfüllt, erklärte Baader-Helvea-Analyst Patrick Appenzeller. Es zeige sich aber, dass Holcim in einer besseren Verfassung sei als der Fusionspartner Lafarge. Das setze ein Fragezeichen hinter das geplante Austauschverhältnis für die Aktionäre. Im frühen Handel stieg die Holcim-Aktie um 0,3 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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