Vor Fusion mit Lafarge
Holcim-Aktionäre drängen auf Nachbesserung

Für ihre Fusion zum weltgrößten Zementhersteller sollten Lafarge-Aktien ursprünglich eins zu eins in Holcim-Titel getauscht werden. Nun fordern immer mehr Holcim-Aktionäre eine Besserstellung beim geplanten Riesendeal.
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ZürichVor der geplanten Fusion mit Lafarge drängen immer mehr Aktionäre des Schweizer Zementkonzerns Holcim auf Nachbesserungen. Der Holcim-Verwaltungsrat steht jetzt unter Druck, den Holcim-Investoren entgegenzukommen und gleichzeitig die Lafarge-Aktionäre nicht zu vergraulen.

An der Börse wird offensichtlich schon auf Nachbesserungen spekuliert: Die Aktie von Holcim hat sich seit dem Aufkommen der Spekulationen über ein anderes Austauschverhältnis deutlich besser entwickelt als die von Lafarge.

Für ihre Fusion zum weltgrößten Zementhersteller hatten Lafarge und Holcim im vergangenen April vereinbart, dass eine Lafarge-Aktie in einen Holcim-Titel getauscht werden soll. Angesichts der besseren operativen Entwicklung von Holcim fordern viele Aktionäre aber inzwischen ein größeren Anteil am neuen Unternehmen.

Einem Medienbericht zufolge verlangt auch der größte Holcim-Aktionär Thomas Schmidheiny, dass die Holcim-Aktionäre besser gestellt werden sollen. Ein Vertreter von Schmidheiny sagte, die Logik, die hinter dem Zusammenschluss stehe, habe sich nicht geändert, wollte sich zum Austauschverhältnis aber nicht äussern. Schmidheiny hält ein Fünftel der Holcim-Anteile und gilt als einer der Architekten der Fusion.

Dem Bericht der Sonntagzeitung zufolge stellt sich zudem der Schweizer Pensionskassenberater Ethos gegen das bestehende Verhältnis. Ethos bestätigte gegenüber Reuters lediglich, dass die Gesellschaft mit Holcim im Gespräch sei.

In den vergangenen Tagen hat sich kein Top-Aktionär für das bestehende Austauschverhältnis ausgesprochen. Auf eine Änderung des Austauschverhältnisses deutet auch die Kursentwicklung hin. Am Montag kletterten die Holcim-Aktien um 1,3 Prozent, während Lafarge 1,1 Prozent nachgaben.

Das Risiko, dass die Transaktion platze, sei zwar immer noch klein, aber zuletzt gestiegen, erklärten die Analysten der UBS und ergänzten: „Wir glauben, dass eine Änderung der Bedingungen die wahrscheinlichste Lösung ist.“

Gemäß dem ursprünglichen Plan sollen die Holcim-Aktionäre am neuen Unternehmen 53 Prozent halten, die Lafarge-Aktionäre den Rest. Baader-Helvea-Analyst Patrick Appenzeller geht davon aus, dass das Verhältnis auf 57 zu 43 angepasst werden könnte.

Kommen die Holcim-Verwaltungsräte den Eignern nicht entgegen, droht eine Schlappe auf der voraussichtlich Ende Mai oder Anfang Juni stattfindenden Generalversammlung, denn die Hürde liegt hoch. Zwei Drittel der Holcim-Aktionäre müssen dann hinter der Fusion stehen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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