Vor Hauptversammlung
Volkswagen vermeldet Gewinnsprung

Kurz vor der mit Spannung VW-Hauptversammlung legt Europas größter Autobauer dank gestiegener Fahrzeugverkäufe einen Gewinnsprung hin. Erstmals setzten die Wolfsburger in China mehr Automobile ab als in Deutschland - der Zuwachs auf dem Heimatmarkt fiel dagegen vergleichsweise mager aus. Anleger zeigten sich trotz des Gewinnanstiegs nicht begeistert.

HB WOLFSBURG. Unter dem Strich verdiente Europas größter Automobilbauer im ersten Quartal 929 Mill. Euro im Vergleich zu 740 Mill. Euro im Vorjahr, wie die Wolfsburger am Mittwoch mitteilten. Das waren 25,6 Prozent mehr als von Januar bis März 2007. Dabei profitierte der Dax-Konzern wegen der Unternehmenssteuerreform auch von niedrigeren Abgaben an den Fiskus. Getrieben von guten Absatzzahlen erlöste Volkswagen im ersten Jahresviertel 27,01 Mrd. Euro im Vergleich zu 26,64 Euro im Vergleichszeitraum. Das Ergebnis vor Steuern erhöhte sich von Januar bis März um 28 Prozent auf 1,366 Mrd. Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit 1,38 Milliarden gerechnet. Deutlich geringer kletterte der Umsatz um 1,4 Prozent auf 27 Mrd. Euro im Vergleich zu 26,64 Euro im ersten Quartal 2007. Bis Jahresende will der Automobilbauer den Vorjahresumsatz von 108,9 Mrd. Euro übertreffen.

Beim operativen Ergebnis legte der Konzern im ersten Quartal um 20,9 Prozent auf 1,311 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,085) zu. Im Gesamtjahr will Volkswagen das Ergebnis des Vorjahres von 6,2 Mrd. Euro weiter verbessern.

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Ungeachtet der Sorgen um die US-Konjunktur sieht sich der Wolfsburger Konzern auf einem guten Weg, in diesem Jahr mit Marken wie VW, Audi, Skoda, Seat, Bentley, Lamborghini den Rekordabsatz des Vorjahres zu übertreffen. Im Vorjahr hatte der Automobilbauer weltweit rund 6,2 Mill. Fahrzeuge ausgeliefert. Bis 2011 will der VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn acht Mill. Pkw und Nutzfahrzeuge verkaufen.

Im ersten Jahresviertel hatte Volkswagen mit 1,57 Mill. Pkw mehr Fahrzeuge weltweit abgesetzt als je zuvor. Trotz weniger Arbeitstagen übertraf der Konzern damit den Vorjahreswert um 7 Prozent. Getrieben wurde das Wachstum von aufstrebenden Märkten wie China, Brasilien, Russland und Indien. Erstmals setzten die Wolfsburger in China mehr Automobile ab als in Deutschland. Dagegen fiel der Zuwachs auf dem Heimatmarkt mit 2,6 Prozent vergleichsweise mager aus. In den USA verkaufte VW 0,7 Prozent Fahrzeuge weniger als im Vorjahreszeitraum.

Die Erträge aus den chinesischen Joint Ventures fließen ebenso wie die aus den Beteiligungen an den Nutzfahrzeugherstellern MAN und Scania in das Finanzergebnis ein, während sich die Erträge des Europa-Geschäfts im operativen Ergebnis wiederfinden.

Zudem hat Volkswagen bekräftigt, die Anteile am schwedischen Nutzfahrzeughersteller auf 68,6 Prozent zu erhöhen. Bislang fehlt noch die Zustimmung der Kartellbehörden. Anfang März hatte der Wolfsburger Konzern bereits angekündigt, die Mehrheit an Scania zu übernehmen

Die Aktie gab dennoch um zeitweise mehr als vier Prozent nach und zählte zu den größten Verlierern im Dax. Händler fanden zunächst keine Erklärung dafür. Das VW-Papier hatte den Kursrutsch an den Börsen zuletzt allerdings auch vergleichsweise unbeschadet überstanden und notiert noch immer recht nah an seinem Jahreshoch.

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