Vor Sanitec-Übernahme
Geberit rechnet mit „Jahr der Stagnation“

Das Sanitärtechnikunternehmen Geberit rechnet im stagnierenden Geschäftszahlen im laufenden Jahr. Grund sind die geplante Übernahme des Konkurrenten Sanitec und der starke Franken. Es gibt aber noch Märkte mit Potenzial.
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ZürichDas Schweizer Sanitärtechnik-Unternehmen Geberit rechnet wegen der Franken-Stärke und der Übernahme des Rivalen Sanitec mit einem Jahr der Stagnation. Das Vorjahresresultat zu übertreffen, stelle eine Herausforderung dar, teilte Europas größter Hersteller von Rohren und Spülkästen am Dienstag bei der Veröffentlichung der Quartalsbilanz mit.

Die Baubranche bleibe anspruchsvoll, hieß es. Der europäische Markt schrumpfe, China entwickele sich rückläufig und in Nordamerika sei keine Erholung absehbar. Einzig im Nahen Osten und in Südafrika beurteilt Geberit die Geschäftsaussichten gut.

„Zu den schwierigeren Rahmenbedingungen trägt zudem der deutlich erstarkte Schweizer Franken bei“, erklärte das Unternehmen. Man bemühe sich, Umsatz und Kosten in den verschiedenen Währungsgebieten auszubalancieren, um Wechselkurseinflüsse zu minimieren. Auch die Kosten will der Konzern bremsen. Der Franken hatte im Januar sprunghaft aufgewertet, nachdem die Schweizer Notenbank den mehr als drei Jahre geltende Euro-Mindestkurs aufgegeben hatte.

Den Umsatz steigerte Geberit im ersten Quartal auch dank Zukäufen im Vergleich zum Vorjahr um 14,9 Prozent auf 636,6 Millionen Franken (614 Millionen Euro). Unter Ausschluss von Wechselkurs- und Akquisitionseffekten betrug das Plus lediglich zwei Prozent.

Mit 120,6 Millionen Franken stand unter dem Strich 15 Prozent weniger Reingewinn als ein Jahr zuvor. Kosten im Zusammenhang mit der Übernahme des finnischen Badausstatters Sanitec schmälerten das Ergebnis um 14,5 Millionen Franken.

Die Anleger reagierten verschnupft. Mit einem Kursabschlag von 4,5 Prozent waren die Geberit-Aktien das Schlusslicht unter den europäischen Baustoffwerten. Analysten hatten deutlich bessere Quartalszahlen prognostiziert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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