Vor US-Distriktgericht in Michigan
Aktionäre klagen gegen GM

Die Zeiten für den Autokonzern sind hart. Nun machen Aktionäre es GM mit einer Klage wegen der jüngst bekannt gewordenen Falschbilanzierungen noch schwerer. Zudem erweist sich die Suche nach einem strategischen Partner für die GM-Finanzierungssparte als schwierig.

HB NEW YORK. Die Anwaltskanzlei Pomerantz Haudek Block Grossman & Gross LLP teilte am Montag mit, eine Sammelklage wegen überhöhter Ergebnisausweise in den Jahres- und Quartalsbilanzen seit 2001sei im Namen von Anteilseignern eingereicht worden, die zwischen dem 18. April 2001 und 9. November dieses Jahres GM-Stammaktien erworben hätten. Sie werfen dem Konzern vor, die Jahresergebnisse 2001 bis 2004 sowie die Quartalsergebnisse 2005 zu hoch angesetzt zu haben. Das vor dem US-Distriktgericht in Michigan anhängige Verfahren richte sich neben dem Konzern auch gegen CEO, CFO sowie den Chief Accounting Officer.

GM hatte am 9. November eingeräumt, das Jahresergebnis 2001 um 300 bis 400 Mill. Dollar und damit um etwa 50 Prozent zu hoch angesetzt zu haben. Dabei seien “irrtümlicherweise“ Lieferantenkredite falsch verbucht worden. In dieser Sache habe bereits die US-Behördenaufsicht SEC ermittelt, erklärte GM. Ein GM-Sprecher wollte sich zu der jetzt eingereichten Klage nicht äußern.

Nicht voran kommt das Unternehmen zugleich bei der Suche nach einem strategischen Partner für die Finanzierungssparte General Motors Acceptance Corp (GMAC), wie das Unternehmen am Montagabend erklärte. „Es ist alles andere als sicher, dass ein Verkauf von GMAC eine abgemachte Sache ist“, sagte GM-CEO Rick Wagoner. GM wolle eine Vereinbarung, bei der der Konzern neben einem angemessenen Preis für die Kontrollbeteiligung auch eine für das Automobilgeschäft günstige Position behalte. GMAC hat das automobile Kerngeschäft des Konzerns in der Vergangenheit mit günstigen Finanzierungen und Leasingverträgen unterstützt.

Nach Angabe einer GM-Sprecherin führt das Unternehmen zu GMAC Verhandlungen mit interessierten Parteien. „Wir haben immer gesagt, dass dies eine große und komplexe Transaktion ist, die schwierig zu erfüllen sein wird“, sagte sie. Marktbeobachter bewerten die Mehrheitsbeteiligung von GMAC mit rund 15 Mrd. Dollar.

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