Vorab-Zahlen eine Insiderinformation?
Finanzaufsicht nimmt Conti unter die Lupe

Im Übernahmepoker um den Autozulieferer Continental gerät nach dem Angreifer Schaeffler nun auch der Dax-Konzern selbst ins Blickfeld der Finanzaufseher. Die Bankenaufsicht (BaFin) befasst sich mit der frühzeitigen Veröffentlichung der Quartalsergebnisse der Niedersachsen.

DÜSSELDORF. "Die BaFin wird sich darüber informieren, ob und wenn ja welche Daten den Analysten vorab tatsächlich zur Verfügung gestellt wurden", sagte eine Sprecherin der Behörde dem Handelsblatt. Wie am Donnerstag bereits berichtet, hatte Conti bereits am Montag die Zahlen für das zweite Quartal an Analysten und Investoren verschickt. Das Unternehmen lehnt weiter jeden Kommentar ab. Donnerstag Morgen veröffentlichte der Konzern offiziell seine Daten für das erste Halbjahr 2008.

Geklärt werden muss, ob die vorab herausgegebenen Zahlen eine Insiderinformation darstellen, die gegenbenenfalls ad-hoc-pflichtig gewesen wäre. Das hängt davon ab, ob die Daten geeignet waren, erheblich auf den Kurs einzuwirken. "Es geht nicht darum, ob der Kurs wirklich steigt, sondern ob die Veröffentlichung grundsätzlich geeignet gewesen wäre, ihn zu beeinflussen", sagte Rechtsanwalt Robert Heym von der Kanzlei Reed Smith.

Kommen die Kontrolleure zu dem Schluss, die vorab verbreiteten Zahlen lägen im Korrridor des Erwarteten, drohten Conti keine Konsequenzen, hieß es bei der BaFin. Andernfalls läge eine Ordnungswidrigkeit vor, die mit einer Strafe in Höhe von maximal einer Millione Euro geahndet werden könnte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%