Vorausschau
Bilfinger Berger will Dienstleistungsgeschäft ausbauen

Deutschlands zweitgrößter Baukonzern Bilfinger Berger zeigt sich für 2006 nach dem elften Bau-Rezessionsjahr in Deutschland in Folge optimistisch.

dpa-afx MANNHEIM. Die Konzernleistung solle auf mindestens 7,2 Mrd. Euro steigen, sagte Konzernchef Herbert Bodner am Mittwoch in Mannheim bei Vorlage der Bilanz-2005. Dabei seien mögliche Unternehmenskäufe nicht berücksichtigt. Es gebe auch Signale für eine mögliche allmähliche Belebung der Baukonjunktur in Deutschland. 2005 hatte die im MDax notierte Gesellschaft die Leistung um 16 Prozent auf 7,061 Mrd. Euro und damit einen neuen Rekordwert gesteigert.

Den Überschuss und das operative Ergebnis (vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen, Ebita) will der Konzern im laufenden Jahr erneut deutlich steigern. Damit bekräftigte Bodner den bei Veröffentlichung der Eckdaten Mitte Februar gegebenen Ergebnis-Ausblick.

Bei der Weiterentwicklung des Konzerns stehe das Dienstleistungsgeschäft im Mittelpunkt. Dieses solle organisch wachsen und durch Akquisitionen ausgebaut werden, sagte Bodner. So sei das Servicegeschäft mit der Übernahme der Ahr-Gruppe auf den attraktiven Krankenhaussektor ausgedehnt worden. Die Gesellschaft betreue in Deutschland rund 200 Krankenhäuser und Seniorenheime und erbrachte 2005 eine Leistung von gut 60 Mill. Euro. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Der Finanzierungsspielraum ist Bodner zufolge insgesamt erheblich. Dieser solle auch für Investitionen in renditestarke privatwirtschaftliche Betreiberprojekte genutzt werden. Im klassischen Baugeschäft habe die Verbesserung der Ertragskraft hohe Priorität.

Trotz Schwierigkeiten in Australien steigerten die Mannheimer den Gewinn 2005 kräftig. Der Überschuss legte auf 66 (Vorjahr: 51) Mill. Euro zu. Das Ebita erhöhte sich auf 115 (81) Mill. Euro. In Australien waren dem Baukonzern im Hochbau die Kosten aus dem Ruder gelaufen. Deshalb musste Bilfinger Berger seine Prognose senken. Ab 2006 peilt der Konzern eine Rendite von über elf Prozent auf das eingesetzte Kapital an.

Haupttriebfeder für Ergebnis und Leistung im laufenden Geschäftsjahr soll das Dienstleistungsgeschäft sein. Dieses solle zur Abrundung der Leistungspalette und zur Erschließung neuer Marktregionen sowohl organisch als auch durch Akquisitionen gestärkt werden. Die Leistung und Ebita in diesem Segment sollen 2006 weiter steigen. Im Ingenieurbau erwartet der Konzern eine stabile Leistung bei einem erneut guten Ergebnis. Die Aussichten für den Hoch- und Industriebau seien gut. Vor diesem Hintergrund sei in diesem Geschäftszweig eine stabile Leistung zu erwarten. Das Ebita dürfte deutlich positiv ausfallen.

Trotz des Gewinnschubs wollen die Mannheimer mit 1,00 Euro je Aktie für 2005 eine unveränderte Dividende ausschütten. Künftig will der Konzern die Anteilseigner mit einer "attraktiven Dividende" angemessen am wachsenden Unternehmenserfolg beteiligen. Die Ausschüttungsquote dürfte in der Größenordnung von 50 Prozent liegen.

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