Voraussetzungen nicht gegeben
Fusion zwischen OMV und Verbund platzt

Die angestrebte Fusion der OMV AG mit der Österreichischen Elektrizitätswirtschafts-AG (Verbund) ist an politischen Vorbehalten gescheitert. Die Voraussetzungen für die „an sich sinnvolle Fusion“ seien nicht länger gegeben, sagte Wirtschaftsminister Martin Bartenstein am Dienstagabend in Wien.

HB/DJ WIEN. Zuvor hatten Österreichs Landeshauptleute erklärt, sie wollten eine verfassungsmäßige Staatsmehrheit bei der neuen Gesellschaft. Bartenstein sagte, dieser Beschluss beinhalte die Forderung nach einer verfassungsrechtlich abgesicherten Rückverstaatlichung der neuen OMV Verbund AG: „Allein das reicht schon aus, um den Deal abzusagen.“ Der Anteil des österreichischen Staates an der OMV beträgt derzeit 31,5 Prozent, beim Verbund liegt er bei 51 Prozent. Da der Staat seine Verbund-Anteile laut Verfassungsgesetz nicht abgeben darf, hätte es für einen Zusammenschluss mit der OMV zunächst einer Gesetzesänderung bedurft. Dieser müsste das Parlament mit zwei Dritteln zustimmen. Damit ist aber nicht zu rechnen, wie die OMV gestern in einer Ad-hoc-Mitteilung erklärte, die notwendigen Beschlüsse könnten nicht erreicht werden.

Die OMV hatte am 10. Mai angekündigt, den nationalen Stromdienstleister Verbund für 13 Mrd. Euro übernehmen zu wollen. Damit wäre bei einem Umsatz von 18 Mrd. Euro das größte Unternehmen der Alpenrepublik entstanden. Der neue Energiechampion sollte sich gegenüber den großen Konkurrenten wie der deutschen Eon und der russischen Gazprom behaupten können.

Analysten standen dem Vorhaben kritisch gegenüber. Die Investmentbank Goldman Sachs bezeichnet die Synergien als „minimal“, die Konstruktion sei darauf angelegt, einen „nationalen Champion“ zu schaffen, der strategische Wert dabei sei gering. Goldman Sachs befürchtete, die Integrationsaufgaben würden Managementkapazität von den Öl- und Gas-Aktivitäten abziehen.

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