Vorbereitung auf Veränderungen in Europa
Pharmahändler Sanacorp plant Fusion

Mit der Fusion zwischen dem Münchener Arzneigroßhändler Sanacorp und der französischen Genossenschaft CERP bahnt sich ein Konzentrationsschub im europäischen Pharmahandel an.

FRANKFURT. Die beiden Unternehmen gaben am Mittwoch Pläne bekannt, die operativen Geschäfte unter dem Dach einer neuen Holding zu vereinen, an der beide Partner zu je 50 Prozent beteiligt sind. Aus der Fusion würde damit der viertgrößte Pharmagroßhändler in Europa mit künftig rund 5,3 Mrd. Euro Umsatz und rund 5 000 Mitarbeitern entstehen.

Hauptmotiv hinter dem Fusionsplan ist das Ziel, eine stärkere Position im europäischen Pharmageschäft aufzubauen, ohne dabei die genossenschaftlichen Grundstrukturen der beiden Partner über Bord zu werfen. Sanacorp-Chef Manfred Renner sieht in dem Schritt eine Vorbereitung auf die „Veränderung der Märkte und der Wettbewerbsverhältnisse in Europa, insbesondere mit Blick auf die Konzentrationsprozesse seitens der Arzneimittelhersteller und des Pharmagroßhandels.“ Für Sanacorp bietet die Fusion mit CERP zudem eine Alternative zu der gescheiterten Übernahme der Frankfurter Anzag, die vom deutschen Kartellamt untersagt wurde. Der Versuch, den Einspruch der Kartellwächter gegen die Anzag-Übernahme auf gerichtlichem Wege zu Fall zu bringen, war Anfang Oktober endgültig gescheitert.

Sanacorp, der mit 2,5 Mrd. Euro viertgrößte Pharmahändler in Deutschland, befindet sich zu 75 Prozent im Besitz der von Apothekern getragenen Sanacorp Genossenschaft. Lediglich die stimmrechtslosen Vorzugsaktien sind an der Börse notiert. CERP, mit 2,8 Mrd. Euro Umsatz die Nummer drei in Frankreich, ist eine reinrassige Genossenschaft.

Beide Unternehmen mussten im europäischen Fusionsgeschehen bisher den deutschen Unternehmen Celesio und Phoenix Pharmahandel sowie der britischen Alliance Unichem das Feld überlassen. Alliance schluckte zur Jahresmitte die britische Drogerie-Kette Boots und übernahm so mit einem Jahresumsatz von künftig rund 24 Mrd. Euro eine Führungsposition im europäischen Pharmahandel. Der bisherige Marktführer Celesio brachte es 2005 auf 20,5 Mrd. Euro Umsatz, die zur Merckle-Gruppe gehörende Phoenix Pharmahandel auf knapp 20 Mrd. Euro. Die beiden deutschen Konzerne expandierten zuletzt vor allem durch kleinere Zukäufe, nachdem sie in den 90er-Jahren ebenfalls größere Expansionsschritte vollzogen hatten.

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