Vorbereitung für Börsengang
Siemens verselbständigt VDO

Siemens treibt den Börsengang seiner Tochter VDO voran. Die Automobilzuliefer-Sparte soll bereits zum 1. Mai ausgegliedert werden. Und das, obwohl noch einige Fragen offen sind.

rtr MüNCHEN. „Die Vorbereitungen für den geplanten Börsengang von Siemens VDO Automotive sind angelaufen: In einem ersten Schritt soll die gesellschaftsrechtliche Selbstständigkeit des Unternehmens hergestellt werden“, heißt es in einem Brief des Managements an die rund 50 000 Mitarbeiter.

Die Mitarbeiter von VDO würden zu den geltenden Bedingungen weiter beschäftigt. Zusätzliche Vereinbarungen für den Wechsel wie Aktienoptionspläne oder Kinderbetreuungsangebote seien aber nach Gesprächen mit dem Betriebsrat nicht zu Stande gekommen. Siemens wies den Arbeitnehmervertretern die Schuld zu: „Diese Verhandlungen sind auf Grund unterschiedlicher Auffassungen einiger Betriebsrats-Vertreter von Siemens VDO Automotive bisher zu keinem Ergebnis gekommen.“

VDO könnte der größte Börsengang in diesem Jahr werden. Siemens will bis September einen Minderheitsanteil an den Kapitalmarkt bringen, die industrielle Führung aber behalten. Zuletzt hatte der Autozulieferer Continental immer wieder Interesse an einem Einstieg bei VDO geäußert. Conti-Chef Manfred Wennemer beansprucht aber auch für den Fall einer Minderheitsbeteiligung, die Geschicke von VDO zu bestimmen. Der US-Zulieferer TRW, der mehrheitlich dem Finanzinvestor Blackstone gehört, liebäugelt Medienberichten zufolge ebenfalls mit einem Gebot. Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser zufolge haben weitere Finanzinvestoren Interesse angemeldet.

Die IG Metall hatte die Ausgliederung Anfang der Woche scharf kritisiert. Die Sparte sei profitabel und habe ihre Margenziele erfüllt, sagte der Regensburger Bevollmächtigte Günter Heinz. Dies sei vor allem auf das Engagement der Mitarbeiter zurückzuführen. „Warum man ihren Bereich nun ausgliedern will, nachdem er erst 2006 in die Siemens AG integriert wurde, ist daher ebenso wenig nachvollziehbar wie der geplante Abbau von 1 000 Stellen.“ Die Mitarbeiter seien stark verunsichert. „So etwas beschädigt die Motivation und gefährdet dadurch den Geschäftserfolg, schadet also letztlich dem gesamten Unternehmen.“

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