Vorentscheidung fällt am Montag
Sanofi will Gebot für Aventis aufstocken

In der Pharma-Übernahmeschlacht scheint die Aufstockung der Offerte der Sanofi-Synthélabo S.A. für den Konkurrenten Aventis unmittelbar bevor zu stehen. Firmenkreise rechnen damit, dass Sanofi-Vorstandschef JeanFrançois Dehecq schon bei der Ergebnisvorlage am kommenden Montag oder kurz danach den Aventis-Aktionären ein höheres Angebot präsentieren könnte.

DÜSSELDORF. Im Mittelpunkt des Interesses steht der größte Aventis-Aktionär, die Kuwait Petroleum Corporation (KPC). Sie hält 13,7 % am 1999 aus Hoechst und Rhône-Poulenc fusionierten Pharmakonzern. Im Sanofi-Umfeld war am zu erfahren, dass man am Montag mit Repräsentanten der KPC verhandelt habe. Eine Stellungnahme wollte das Unternehmen dazu nicht abgeben.

Sollte sich die KPC, die im Aventis-Aufsichtsrat noch vor wenigen Tagen gegen eine Annahme der Sanofi-Offerte votiert hatte, zu einem vorzeitigen Verkauf entschließen, dürfte es für die Tausenden von kleineren Aventis-Aktionäre, zumeist US-Fonds, kein Halten mehr geben. Auch die französischen Adressen, die in den vergangenen Wochen Positionen bei Aventis erworben hatten, darunter die Sparkassen-Vermögensverwaltung Ecureil und die Société Générale Asset Management, gelten in Paris als grundsätzlich verkaufsbereit.

Dass KPC unter gewissen Bedingungen bereit sein könnte, auf das Sanofi-Gebot einzugehen, verlautete schon vor Tagen aus Finanzkreisen. Erstmals räumte gestern KPC-Chef Scheich Talal Khalid al-Ahmed al-Sabah ein, bei der Aufsichtsratssitzung der Ölgesellschaft könne die Sanofi-Offerte auf die Tagesordnung kommen. Al Sabah lehnte gegenüber der Agentur Bloomberg Angaben darüber ab, wo er den fairen Preis für Aventis sehe.

Früher waren 20 % Aufschlag auf die Sanofi-Offerte als Schwelle dafür genannt worden, dass KPC seine Aktien andient. Ende Januar hatte Sanofi fünf eigene Aktien plus 69 Euro für je sechs Aventis-Aktien geboten. Durch die Kursbewegungen seither liegt der Barwert des Gebots unter dem Aventis-Kurs.

Die Pariser Börsenaufsicht AMF, die das Gebot prinzipiell gebilligt hat, bereitet sich auf die Bewertung der „zusätzlichen Informationen“ zu der Offerte vor, die sie bei Sanofis vergangene Woche angefordert hatte. Pariser Börsenkreise vermuten, dass die AMF Sanofi zur Aufstockung rät, weil das Gebot nach französischen Übernahmeregeln nur in Grenzen genehmigungsfähig sei. „Die Informationen werden wahrscheinlich noch diese Woche abgeschickt“, sagte ein Sanofi-Sprecher am Dienstag. Das würde für eine Aufstockung am Montag reichen.

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