Vorgehen als ungesetzlich bewertet
Ex-Yukos-Mehrheitseigner verklagt unbekannten Investor

Der bisherige Mehrheitseigner des russischen Ölkonzerns Yukos, die Finanzholding Menatep, wehrt sich mit allen Mitteln gegen die Zerschlagung des Unternehmens. So reichte Menatep schon einmal eine Klage gegen den neuen Investor ein, über dessen Identität bislang nicht viel gewahr wurde.

HB MOSKAU. Menatep verklagte den Käufer des zwangsversteigerten Yukos-Hauptförderbetriebs Juganskneftegas, den bis dahin unbekannten Investor Baikalfinanzgruppe. Das teilte Menatep am Montag in Moskau mit, wie die Nachrichtenagentur Itar-Tass meldete. Menatep werte das Vorgehen gegen den mit Steuerschulden in Milliardenhöhe belasteten Yukos- Konzern als ungesetzich, hieß es.

Über die Identität des Käufers von Juganskneftegas herrschte in der russischen Öffentlichkeit einen Tag nach der Auktion weiterhin völlige Unklarheit. Russische Medien vermuteten, dass es sich möglicherweise um eine Strohfirma des offiziell bei der Auktion unterlegenen Energiekonzerns Gasprom handeln könnte. Die Baikalfinanzgruppe hatte am Sonntag für rund sieben Mrd. € den Zuschlag für Juganskneftegas erhalten. Yukos hatte kurz zuvor in den USA Insolvenz angemeldet und dort ein Urteil zum Aufschub der Versteigerung erwirkt. Die russischen Behörden sehen sich nicht an die Entscheidung des Bezirksgerichts in Houston gebunden.

Der inhaftierte Menatep-Eigner und frühere Yukos-Vorstandschef Michail Chodorkowski kritisierte das Vorgehen der Behörden bei der faktischen Zerschlagung des Konzerns. Die Staatsmacht habe das effektivste russische Ölunternehmen vernichtet, ließ Chodorkowski aus der Untersuchungshaft in Moskau mitteilen.

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