Vorläufige Jahresbilanz
Hochtief kontert Zerschlagungspläne mit guten Zahlen

Auch wenn Hochtief für 2006 erfreuliche Zahlen vorlegen kann, liegen die Geschicke des Baukonzerns längst nicht mehr allein in den Händen des Managements. Für den zum Verkauf stehenden Unternehmensanteil von 25 Prozent stehen bereits mehrere Finanzinvestoren Schlange.

HB DÜSSELDORF. Deutschlands größter Baukonzern Hochtief hat 2006 die für den Gewinn ausgegebenen Zielmarken übertroffen. Damit warb das Unternehmen, das wegen des angekündigten Ausstiegs seines Großaktionärs Custodia eine Zerschlagung fürchten muss, für die Fortsetzung seiner Strategie als breit aufgestellter Dienstleister rund um das Bauen.

Hochtief konnte 2006 weiter von seinem Dienstleistungsgeschäft und dem Bauboom in Australien und den USA profitieren. Das Vorsteuerergebnis (Ebt) sei auf voraussichtlich 338 Mill. Euro gestiegen, teilte Hochtief am Dienstag in Essen mit. Damit lag der Konzern deutlich über dem ausgegebenen Ziel eines Vorsteuergewinns über dem bereinigten Vorjahreswert von 277 Mill. Euro.

Der Konzerngewinn kletterte auf 89 (63) Mill. Euro. Hochtief kam seinem zu Jahresbeginn 2006 verkündeten mittelfristigen Gewinnziel von 100 Mill. Euro damit bereits sehr nahe. Die Umsatzprognose hatte Hochtief erst im vergangenen November auf „über 14 Mrd. Euro“ angehoben. Zu dieser Kennzahl äußerte sich das Unternehmen noch nicht. Die ausführlichen Geschäftszahlen für das vergangene Jahr will der scheidende Vorstandschef Hans-Peter Keitel am 22. März vorlegen. Im April soll dann Herbert Lütkestratkötter das Ruder übernehmen.

Der künftige Kurs des Konzerns wird dann auch von einer Entscheidung des aussteigenden Großaktionärs Custodia abhängen. Die Münchener Holding des Milliardärs August von Finck hatte die Investmentbank Rothschild beauftragt, Käufer für ihren Anteil von 25,08 Prozent an Hochtief zu suchen. Bei der Bank haben nach deren Angaben bereits mehrere Finanzinvestoren wegen des Anteils angeklopft. Die übrigen Hochtief-Anteile befinden sich im Streubesitz - weshalb immer wieder Übernahmegerüchte um den Konzern kursieren. Hochtief hatte vor einer Zerschlagung gewarnt und immer wieder betont, die Strategie des Konzerns zahle sich aus. „Eine Zerschlagung von Hochtief wäre wertvernichtend“, hatte eine Sprecherin Anfang Februar gesagt.

Die Gewinnsteigerungen ließen die Hochtief-Aktie, die in den letzten Monaten vor allem von Übernahme-Gerüchten profitiert hatte, auf das Jahreshoch von 66,66 Euro steigen. Am späten Vormittag notierten die Anteilsscheine dann mit einem Plus von 2,83 Prozent bei 66,59 Euro.

Hochtief hatte das Auslandsgeschäft forciert und wie der Konkurrent Bilfinger Berger seine Dienstleistungen rund um das Bauen in den letzten Jahren umfassend ausgebaut, um die Abhängigkeit vom stark konjunkturabhängigen reinen Baugeschäft zu mindern. Bis zu 40 Prozent des Geschäfts macht der Konzern bereits mit Dienstleistungen. Aufgrund des anhaltenden Baubooms in Australien, wo der Konzern mit seiner Tochter Leighton vertreten ist, und in den USA erhofft sich Hochtief auch 2007 ein deutliches Wachstum. Am Dienstag konnte die US-Tochter Turner Großaufträge für Krankenhausbauten mit einem Volumen von 243,6 Mill. Euro vermelden. Keitel geht davon aus, dass die Baukonjunktur in Australien noch mindestens bis ins kommende Jahrzehnt andauert.

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