Vorläufige Zahlen 2007
Anleger bejubeln Deutz-Dividende

Der Motorenbauer Deutz will nach einem erklärtermaßen "hervorragenden Geschäftsjahr" weiter wachsen. Die Aktionäre sollen am Erfolg des vergangenen Jahres mit der ersten Dividende seit mehr als 20 Jahren beteiligt werden.

dpa-afx KÖLN. "Auf Basis der guten Entwicklung beim Auftragseingang, des anhaltenden Wachstums in den Kernmärkten von Deutz sowie der starken Marktposition bekräftigt der Vorstand den positiven Ausblick für 2008", teilten die Kölner am Dienstag mit. Das Unternehmen erwartet ein Umsatzwachstum zwischen zehn und 15 Prozent sowie eine weitere Verbesserung der Marge beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit). "Die Weichen für weiteres Wachstum und ein gutes Jahr 2008 sind gestellt", sagte der neue Konzernchef Helmut Leube.

Die erste Reaktion der Anleger war positiv. Die Aktie zog bis zum frühen Mittag um mehr als 4,5 Prozent an. Zwar seien die vorläufigen Zahlen 2007 "etwas schlechter als im Marktdurchschnitt erwartet" ausgefallen, sagte ein Analyst. Sowohl Umsatz als auch Ebit hätten die Prognosen knapp verfehlt. Der Motorenbauer habe aber einen "starken Ausblick" gegeben und bekräftigt, eine Dividende zahlen zu wollen. "Wir hatten bislang zehn bis 15 Cent angepeilt. Aber es wird voraussichtlich mehr", sagte eine Sprecherin der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.

"Die positive Geschäftsentwicklung in den ersten neun Monaten des Jahres 2007 setzte sich erwartungsgemäß auch im vierten Quartal fort", ließ Deutz wissen. So steigerte der Motorenbauer den Umsatz im fortgeführten Geschäft um 29 Prozent auf 1,5 Mrd. Euro. Das Ebit vor Sondereffekten stieg um 43 Prozent auf 95 Mill. Euro, die Marge damit von 5,6 auf 6,3 Prozent.

Deutz hatte zwischenzeitlich seine Sparte "Power Systems" mit Aggregaten für die Stromerzeugung verkauft und konzentriert sich auf Kompaktmotoren. Vor dem Verkauf wollte das Unternehmen noch ein Ebit von deutlich über 100 Mill. Euro erwirtschaften; danach hatten die Kölner die Prognose auf einen "hohen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag" gekürzt. Beim Umsatz hatte das Unternehmen ein Plus von 25 bis 30 Prozent angepeilt.

Rückenwind hat der Konzern dabei von der guten LKW-Konjunktur bekommen. Die Hersteller hatten im laufenden Jahr einen Rekord nach dem anderen eingefahren und erwarten auch im laufenden Jahr einen anhaltenden Boom. MAN -Chef Hakan Samuelsson sprach jüngst von einem "sehr starken Marktumfeld". Auch für 2008 sei kein Abwärtstrend erkennbar. Vor allem in Osteuropa erwartet er eine weiterhin starke Nachfrage.

Mit 286 000 Motoren lieferte Deutz im vergangenen Jahr gut ein Fünftel mehr Aggregate aus. Besonders die neuen Nutzfahrzeugmotoren seien gut angekommen, ließ Deutz wissen. Der Auftragseingang im fortgeführten Geschäft kletterte um 22 Prozent auf 1,6 Mrd. Euro. "Wir werden unseren Kurs der Internationalisierung konsequent fortsetzen und insbesondere neue Wachstumspotenziale in Asien erschließen", gab Vorstandschef Leuber die Marschrichtung vor. Von der Subprime-Krise erwartet er "keine wesentlichen Auswirkungen" auf die Geschäftsentwicklung.

Deutz ist einer der großen unabhängigen Motorenlieferanten für Nutzfahrzeuge. Mit einer Konzentration auf die kompakten Dieselmotoren hatte Leubes Vorgänger Gordon Riske seit 2000 das Unternehmen erfolgreich saniert. Nachdem Riske zum Gabelstapler-Hersteller Kion gewechselt war, steht seit 1. Februar nun der ehemalige Chef des Autozulieferers Webasto an der Spitze von Deutz. Am 27. März veröffentlicht Deutz die endgültige Bilanz.

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