Vorn im Rennen um Maytag
Whirlpool rückt Weltmarktführung näher

In den USA formiert sich der größte Hausgeräte-Hersteller der Welt. US-Marktführer Whirlpool hat im Bieterwettstreit um den Branchendritten Maytag nun die Nase vorn. Maytag sprach sich für das Whirlpool-Angebot aus und zog die Unterstützung für die konkurrierende Offerte der Investmentfirma Ripplewood zurück.

dpa-afx NEWTON. Die beiden Unternehmen zusammen würden knapp die Hälfte des amerikanischen Marktes für Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen, Kühlschränke oder Herde halten und dürften den bisherigen weltweiten Branchenprimus Electrolux knapp überholen. Allerdings könnte die neue Marktmacht harte Auflagen der Kartellbehörden auslösen.

Das Whirlpool-Angebot - jeweils zur Hälfte in Aktien und in bar - hat einen Gesamtwert von rund 2,7 Mrd. Dollar (2,2 Mrd Euro). Diese Summe enthält auch Maytag-Schulden von 977 Mill. Dollar.

Whirlpool bietet nach dreimaliger Aufstockung des Gebots 21 Dollar je Maytag-Aktie, Ripplewood nur 14 Dollar. Allerdings könnten Belastungen durch mögliche Kartell-Auflagen das Whirlpool-Angebot deutlich schmälern, warnte der US-Aktionärsdienstleister Institutional Shareholder Services. Der chinesische Haier-Konzern war aus dem Bieterwettstreit ausgestiegen.

Die US-Konzerne stehen unter dem Druck preisgünstiger Konkurrenten aus Asien wie Samsung oder LG Electronics, die ihnen seit Monaten Marktanteile wegnehmen. Allerdings würde Whirlpool mit Maytag ausgerechnet ein Unternehmen kaufen, das fast ausschließlich in den USA produziert. Whirlpool-Chef Jeff Fettig kündigte bereits an, bei einer Maytag-Übernahme die Kosten in allen Bereichen zu senken und die Produktion in Ländern wie China auszubauen.

Analysten rechneten mit jährlichen Einsparungen von 576 Mill. Dollar, berichtete die Wirtschaftsagentur Bloomberg am Wochenende. Maytag-Chef Ralph Hake, einst Finanzchef bei Whirlpool, hat in seinen vier Jahren an der Konzernspitze bereits 20 Prozent der Stellen gestrichen und ein Werk geschlossen.

Zusammen würden Whirlpool und Maytag, das neben Hoover hier zu Lande kaum bekannte Marken wie Amana oder Jenn-Air führt, bei derzeitigen Wechselkursen einen höheren Umsatz als der bisherige Weltmarktführer Electrolux haben. Die beiden US-Konzerne erlösten im vergangenen Jahr zusammen 17,3 Mrd. Dollar, während Electrolux auf 13,2 Mrd. Euro bzw. 16,4 Mrd. Dollar kam.

Maytag kann formell die bisherige Zustimmung zum Ripplewood- Angebot erst am 19. August rückgängig machen. Die dafür notwendige Kompensation von 40 Mill. Dollar werde von Whirlpool übernommen. Derzeit hat Whirlpool verschiedenen Einschätzungen zufolge in den USA einen Marktanteil von 30 bis 35 Prozent, während Maytag auf rund 15 Prozent komme. Der Anteil des Branchenzweiten General Electric wird auf 20 bis 25 Prozent geschätzt.

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