Vorstand fordert Senkung der Personalkosten um bis zu 15 Prozent
Seat droht mit Stellenabbau

Der Sparzwang innerhalb des VW-Konzerns hat auch Konsequenzen für die spanische Volkswagenmarke Seat.

scm MADRID. In die diese Woche beginnenden Verhandlungen über ein neues Schichtmodell geht Seat-Chef Andreas Schleef mit der Forderung nach Lohnkostensenkungen von bis zu 15 Prozent. Ansonsten drohe ein Stellenabbau von 800 der insgesamt 10 000 Beschäftigten in der Produktion.

VW schlägt damit härtere Töne gegenüber der Belegschaft an. Bereits in der vergangenen Woche hatte Konzernchef Bernd Pischetsrieder die Zukunft der Konzernwerke in Europa gänzlich in Frage gestellt, wenn sich deren Kostenstrukturen nicht verbessern würde. Neben Seat verhandelt auch VW-Markenchef Wolfgang Bernhard am Stammsitz Wolfsburg über neue Schichtsysteme, mit denen VW im Jahr bis zu 70 Mill. Euro sparen will.

Die Lage bei Seat ist ernst. Das räumt auch der Seat-Betriebsratsvorsitzende Matías Carnero ein: „Die Geschäftsaussichten sind düster. Auch im Juli entsprachen die Verkäufe nicht den Erwartungen.“ Im ersten Halbjahr 2005 hat Seat in Europa mehr als sechs Prozent weniger Autos als im Vorjahr abgesetzt. Vor wenigen Wochen waren bereits bei der Seat-Zuliefererfiliale Gearbox 222 Personen entlassen worden. Vor allem die Nachfrage nach dem vor einem Jahr eingeführten Modell Altea läuft nicht wie gewünscht.

Deswegen wird ab dem 7. September die Nachtschicht in der Altea-Fabrik, in der auch die neue Version des Toledo produziert wird, ausgesetzt. Seit Jahren versucht der VW-Konzern mit mäßigem Erfolg, Seat als Einstiegsmarke im sportlichen Segment für Audi aufzubauen. Selbst auf dem wichtigen Heimatmarkt Spanien, ist das Seat-Image nicht das Beste. „Seat hat in den vergangenen zwanzig Jahren gewaltig an Marktanteil verloren“, sagt Jordi Brunat, Automarktexperte bei der spanischen Businessschule Esade in Barcelona. Dabei lief es auf der Ertragsseite 2004 ein Stück besser. Der Gewinn stieg um knapp acht Prozent auf 145 Mill. Euro.

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