Vorstand strebt „Abschluss im Dialog“ an
Streit bei Daimler spitzt sich zu

Zehntausende Daimler-Chrysler-Mitarbeiter haben am Donnerstag gegen das Sparprogramm des Konzerns protestiert. Mit einem Protestmarsch wurden die Aktionen schon in der Nacht in Düsseldorf eingeläutet. In Sindelfingen, Bremen und anderen Werten protestierten Zehntausende und legten teilweise die Produktion lahm.

HB DÜSSELDORF/STUTTGART. Weit über 60 000 Mitarbeiter hätten sich am Morgen an den Aktionen beteiligt und dazu befristet die Arbeit eingestellt, teilte der Gesamtbetriebsrat mit. Allein am Standort des Stammwerks im baden-württembergischen Sindelfingen hätten sich 20 000 Mitarbeiter an einer Demonstration durch die Stadt beteiligt.

„Das sind keine Verhandlungen, das ist der Versuch einer knallharten Erpressung“, kritisierte der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates, Erich Klemm, die Sparpläne in Sindelfingen. Ohne massive Eingriffe in die Verträge sei aus seiner Sicht die vom Vorstand genannte Einsparsumme von 500 Mill. Euro nicht erreichbar. „Und in die Tarifverträge wird nicht eingegriffen“, sagte Klemm am Donnerstag vor Beginn der Protestkundgebung im Werk Sindelfingen bei Stuttgart. Der Betriebsrat habe den Verzicht auf Lohnzuwächse in Höhe von 180 Millionen Euro angeboten. Zwischen diesen Zahlen müsse ein Kompromiss gefunden werden.

Auch IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann lehnte das Sparvorhaben ab: „Wir verlangen vom Vorstand soziale Verantwortung“, rief er unter Beifallspfiffen der Mitarbeiter. Nach Angaben des Betriebsrats konnten wegen der Arbeitsniederlegungen in Sindelfingen 800 Autos nicht gebaut werden. Umstritten ist zwischen Arbeitgebern und IG Metall, ob die Pläne zur Kostendämpfung vom Tarifvertrag der Metallbranche abgedeckt werden.

Die Diskussion um die so genannte Steinkühler-Pause „kotzt mich an“, meinte Klemm. Die Erholzeiten in der Montage seien seit Jahren halbiert. Sindelfingen sei der profitabelste Betrieb im Konzern. Das Management laufe einem Phänomen hinterher, das es längst nicht mehr gebe, sagte der Vize-Aufsichtsratschef. Auf den Plakaten der Arbeiter in Sindelfingen stand unter anderem .

Der Daimler-Chrysler-Vorstand betonte am Mittag, das Unternehmen strebe im Konflikt mit dem Betriebsrat um das geplante Sparpaket einen „Abschluss im Dialog“ an. „Wir wollen die Arbeitsplätze in Deutschland sichern“, sagte ein Konzernsprecher in Stuttgart. Die Verhandlungen mit dem Gesamtbetriebsrat verliefen „konstruktiv und partnerschaftlich“. Die Gespräche werden am 20. und 21. Juli fortgesetzt. Auch der Betriebsrat betonte seine Bereitschaft zu einem Kompromiss.

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