Vorstand will bei Einigung auf eigene Gehaltserhöhung verzichten
Daimler droht mit Produktionsverlagerung

Die Daimler-Chrysler-Führung hat ihre Sparpläne für die deutschen Werke konkretisiert: Das Unternehmen will die Produktion der neuen C-Klasse von Sindelfingen nach Bremen und Südafrika verlagern, falls keine Einigung mit dem Betriebsrat erreicht wird.

HB STUTTGART. Der Stuttgarter Autokonzern DaimlerChrysler will die Personalkosten in Deutschland durch eine längere effektive Arbeitszeit und den Verzicht auf bisherige Lohnbestandteile um 500 Mill. € drücken. Sonst drohe von 2007 an der Verlust von 6000 Arbeitsplätzen beim Bau der C-Klasse im Mercedes-Werk Sindelfingen, in Mannheim und im Motorenwerk Stuttgart-Untertürkheim, sagte Personalchef Günter Fleig am Montag in Stuttgart.

Wenn der Betriebsrat nicht auf die Forderungen eingehe und es bis Ende Juli nicht zu einer Lösung komme, werde die nächste Generation der Mercedes-C-Klasse im produktiveren Werk Bremen und im kostengünstigeren East London in Südafrika gebaut und nicht mehr in Sindelfingen, sagte Mercedes-Chef Jürgen Hubbert. Zwei neue Varianten der C-Klasse würden dann voraussichtlich gar nicht produziert oder an Auftragsproduzenten vergeben.

Vor allem Sonderregelungen im Tarifvertrag für den Südwesten sind ihm ein Dorn im Auge. „Wenn wir die baden-württembergische Krankheit nicht beseitigen, wird sie hier zu einem dramatischen Abbau von Arbeitsplätzen führen“, sagte Hubbert. Mercedes-Benz stehe unter zunehmendem Konkurrenzdruck und könne sich Großzügigkeit nicht mehr leisten. Der Prozess drohe sich bei der Entscheidung über die nächste E-Klasse zu wiederholen.

Der Gesamtbetriebsrat habe bisher nur den Verzicht auf eine Einmalzahlung nach dem Entgeltrahmenabkommen zur Angleichung der Löhne und Gehälter von Arbeitern und Angestellten geboten, was 180 Mill. € an Einsparungen brächte, sagte Fleig. Das Unternehmen fordert zudem den Verzicht auf Spätschichtzuschläge von 15 %, die bisher ab 13 Uhr gezahlt werden, und auf die so genannte „Steinkühler-Pause“, eine Erholzeit von fünf Minuten pro Stunde.

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