Vorstand will in Asien expandieren
Autozulieferer Kiekert bekommt frisches Geld

Ein Jahr nach dem Ausstieg des Finanzinvestors Permira haben die neuen Eigentümer des Autozulieferers Kiekert die finanzielle Grundlage für eine Restrukturierung gelegt. Er habe grünes Licht für eine Eigenkapitalerhöhung um 20 Mill. Euro erhalten, sagte Kiekert-Chef Karl Krause dem Handelsblatt. Mit Hilfe der frischen Mittel soll nun die Wende geschafft werden.

FRANKFURT. Kiekert gilt als ein Beispiel dafür, wie eng die finanziellen Strukturen bei einer Übernahme durch Finanzinvestoren sind. Der Zulieferer gehörte zu Permira und war vor gut einem Jahr knapp an der Zahlungsunfähigkeit entlanggeschlittert. Permira hatte die Notbremse gezogen und das hochverschuldete Unternehmen an die Gläubiger Bluebay, Silver Point, Morgan Stanley und die Deutsche Bank weitergereicht, Letztere stieg aber wenige Monate später wieder aus.

Die Eigenkapitalerhöhung ist ein wichtiger Schritt auf dem Sanierungsweg des weltgrößten Herstellers von Seitentürschlössern für PKWs. Das Unternehmen mit rund 4 000 Beschäftigten stünde damit auf finanziell solider Basis, erklärte Vorstandschef Krause. Bereits zuvor hatten die neuen Investoren an diversen Stellschrauben gedreht. Sie schossen insgesamt 60 Mill. Euro an frischem Geld ein und halfen dabei, die Schulden von 290 auf 150 Mill. Euro herunterzufahren. Zudem tauschten sie das Management komplett aus.

„Das Unternehmen wurde aus seinem Dornröschenschlaf geweckt“, resümierte Krause. Die Kostenstruktur habe einfach nicht zum Umsatz gepasst. Er deutete an, dass das Unternehmen massiv Geld verbrannt habe. Spätestens bis 2009 werde Kiekert aber wieder Gewinne schreiben, versprach Krause.

Dazu hat das Management ein ganzes Bündel an Maßnahmen geschnürt. So wurden zwei unprofitable Standorte in den USA und Großbritannien geschlossen und deren Produktion in andere Werke verlagert. Zudem peilt Krause eine Reduzierung der Personalstärke weltweit um „mindestens 15 Prozent“ an, was 600 Stellen entspräche. Ein Abbau in Deutschland von etwa 200 Stellen sei bereits weitgehend vollzogen. Entsprechende Abfindungsvereinbarungen seien schon geschlossen worden.

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